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Hunsrück Traumschleifen

Die große Traumschleifenflut

Brauchen wir im Hunsrück wirklich 120 Traumschleifen? Ich habe in den letzten Jahren immer wieder – auch in aller Öffentlichkeit – laut den Kopf darüber geschüttelt, wenn ich las, wie viele Traumschleifen es mittlerweile gibt. Traumschleifen sind Wanderwege, die in der Nähe des großen Bruders Saar-Hunsrück-Steig den Wanderer anlocken (sollen). Schon als die Zahl von 111 Traumschleifen erreicht war, hatte mein Kopfschütteln Ausmaße erreicht, die Umstehende um meine Gesundheit fürchten ließen. Nun war ich gerade im Rahmen einer Erkundungstour in meiner Heimat im Hunsrück. Als mein Gastgeber erfuhr, dass ich wandern wollte, erzählte er mir, dass es direkt unterhalb des Dorfes einen Einstieg in eine relativ neue Traumschleife gibt. Der Name der Traumschleife ist hier egal, da es mir um das Konzept geht. Nachdem ich mit meiner Frau tagsüber auf dem Nahesteig gewesen war, blieb mir am Abend noch ein wenig Zeit, um die neue Traumschleife zu erkunden. Zwei Stunden hatte ich mir selbst gegeben. Es war tatsächlich nur wenige Hundert Meter unterhalb des Dorfes, wo der Weg die Straße kreuzte. Ich folgte ihm nach …

Überraschung an der uralten Eiche, spontander Treff am Vorabendsimmung vor meiner Wanderung durch die Ehrbachklamm (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Lieblich-wilde Ehrbachklamm

Werbung: Hunsrück-Touristik hat mein Wochenende unterstützt und mir für zwei Nächte eine Unterkunft in Morshausen besorgt und bezahlt. Mein Urteil über diese Wanderung und die Schönheit der Natur im Vorderen Hunsrück sind von dieser Unterstützung nicht beeinflusst. Ich habe das Glück gefunden – im Hunsrück in der Ehrbachklamm Eines vorweg: Die Ehrbachklamm ist eine der wildromantischsten Wegstrecken, die ich in deutschen Mittelgebirgen je gelaufen bin. Aber eins nach dem anderen. Seit Langem will ich schon den Vorderen Hunsrück – in diesem Fall das sogenannte Rhein-Mosel-Dreieck – erwandern. Als Sohn des Hunsrücks, der auch alle Schattenseiten seiner Heimat kennengelernt hat, bin ich fasziniert von der Entwicklung dieser Region im Bezug auf das Wandern. Aber nicht nur davon. Aber ich greife vor. Also der Reihe nach. Ich wollte unbedingt mal den ÖPNV im Vorderen Hunsrück testen. Ich fahre mit der Bahn von Köln bis Koblenz. In Koblenz muss ich den Bus nehmen nach Emmelshausen. Es gibt zwar hier auch in Emmelshausen einen Bahnhof, aber die Verbindung mit dem Bus war in diesem Fall vom Timing her ziemlich ideal. Der …

Grüne Eichen, mächtige Felsbrocken, mitten im Wald der alte Hexentanzplatz

Hexen auf dem Saar-Hunsrück-Steig?

Jede Wanderung auf dem Saar-Hunsrück-Steig ist eines einmaliges Naturerlebnis. Aber die hier vorgestellte Etappe ist mein persönliches Bullerbü. War ich gestern noch ganz begeistert vom »Schönsten Wanderweg Deutschlands 2012«, so hat mich am heutigen Tag der Hunsrück – meine alte Heimat – mit dem Saar-Hunsrück-Steig abermals überrascht. Und das auf einer Strecke, die ich eigentlich kennen sollte. Denn hier bin ich aufgewachsen. Hier in den Wiesen und Wäldern sind wir als Jungs die meiste Zeit unserer Kindheit unterwegs gewesen. Auf dem Wildenburger Kopf sind wir herumgeklettert, haben nach verborgenen Höhlen in den mit Felsbrocken übersäten Hängen geforscht. Hier haben wir im Sommer ganze Tage verbracht, haben darüber fast vergessen, am Abend nach Hause zu gehen.

Traumschleife Hahnenbachtal

Deutschlands schönster Wanderweg
Das muss der Ahrsteig sein. Aber nein. Am vergangenen  3. Oktober – Tag der Deutschen Einheit – führt mich mein Weg in die DDR, bzw. in das, was ich früher in meiner Vermessenheit einmal die DDR Westdeutschlands bezeichnet habe: in den Hunsrück. Um genau zu sein: ins Hahnenbachtal, wo die Traumschleife Hahnenbachtal auf mich gewartet hat.

Wald und Wiese im Regen an der Traumschleife Kupfer-Jaspis-Pfad

Tour der Leiden – meine Regentour auf der Traumschleife Kupfer-Jaspis-Pfad

Traumschleife Kupfer-Jaspis-Pfad im Hunsrück Im Hunsrück scheint immer die Sonne. Das wusstest Du noch nicht! Echt, versprochen. Immer! Außer wenn ich die Traumschleife Kupfer-Jaspis-Pfad erkunden will. Dann tut der Himmel alles, um mich daran zu hindern. Warum? Frag mich nicht! Aber abhalten lass ich mich nicht. Ich weiß nicht, woran es lag. Lag es an der 20-km-Tour, die ich am Vortag mit Bruno im Sahrbachtal unternommen habe, und dass diese Tour mir noch in den Knochen steckte? Lag es an dem Bier und dem Wodka, denen ich am Vorabend nach dem Spießbraten bei meiner Schwester allzu reichlich zugesprochen habe. Oder lag es daran, dass ich mit dem Kopf durch die Wand wollte. Noch nie habe ich so viel geflucht wie auf dieser Tour. Die ganze Woche schon war ich innerlich zerrissen. Einerseits die Vorfreude auf kräftige Herbststürme, andererseits das Gefühl, mich doch lieber in der Wohnung vergraben zu wollen, statt bei Wind und Regen rauszugehen. Am Samstag war eigentlich eine Tour im NP Eifel geplant (Über die Dreiborner Hochfläche), aber da mehr Regen als Wind angesagt war, hatte …