Alle Artikel in: Allgemein

Eine Wiese mit Bäumen, Frühdunst über der Landschaft, zauberhaft leuchtendes Licht

Wandern ist in

»Wandern ist in«. So lautete die Titelstory einer Ausgabe des Magazins Focus im Jahre 2005. Und der Trend ist – über 15 Jahre später – immer noch ungebrochen. Aber schon bevor prominente Bekenner wie Manuel Andrack Wanderbücher verfassten, konnten deutsche (aber auch internationale) Wanderregionen steigende Besucherzahlen registrieren. Ist aber Wandern nur eine neue Modeerscheinung wie Power Yoga, Tai Bo oder Chi Gong?  Es lohnt sich, den Motiven derer, die es hinauszieht in die Eifel, in den Harz, in den Schwarzwald, auf die Europäischen Fernwanderwege oder einfach nur in die Berge, auf den Grund zu gehen. Mag sein, dass Wandern eine kostengünstige Art ist, Urlaub zu machen. Aber das gilt nicht erst seit heute.  Wandern hat besonders in Deutschland eine lange Tradition. Es gibt kaum ein anderes Land, in dem Wandern so gut durchorganisiert ist wie hier bei uns. Regionale Wandervereine kümmern sich seit Jahrzehnten um die Anlage und Pflege von Wanderwegen. Überregional haben sie sich zusammengefunden zum Deutschen Wanderverband. Mittlerweile gibt es im zertifizierungssüchtigen Deutschland sogar ein Qualitätssiegel für Wanderwege, das nicht nur den Wanderweg, …

Ein rostiges Stahlfachwerk über einen Fluss, davor zwei Menschen, die sich das Wasser des Flusses anschauen

Die Hohenrheinbrücke bei Niederlahnstein

Überraschung! Heute mal kein Wanderbericht, sondern ich schreibe über eine Brücke, die mich bei einer meiner Wanderungen besonders beeindruckt hat. In nächster Zeit werde ich noch über weitere solche Brücken schreiben und dabei auf ihre Geschichte eingehen. Im heutigen Beitrag widme ich mich der Hohensteinbrücke bei Niederlahnstein, an der vorbeikommt, wer eine Wanderung durch die wildromantische Rupertsklamm gemacht hat und zu Fuß nach Lahnstein läuft. Dieses Eisenbahnviadukt ist so unbedeutend, dass eine Googlesuche kein Ergebnis bringt, jedenfalls nicht auf den ersten Seiten. Auch wenn der Name Hohenrheinbrücke uns glauben macht, dass die Brücke über den Rhein führt, befindet sich dieses alte Eisenbahnviadukt einige Kilometer vom größten deutschen Strom entfernt im Lahntal. Es hat seinen Namen nach der alten Lahnsteiner Gemarkung Hohenrhein.  In einem der schönsten deutschen Flusstäler verkehren auf der Lahntalstrecke zwischen Lahnstein und Diez Züge der Deutschen Bahn, aber auch solche regionaler Betreiber. Zwischen Niederlahnstein und dem alten Kaiserbad Bad Ems queren die Züge die Lahn über das alte Hohenrheinviadukt. Bei Friedrichssegen macht die Lahn einen weiten Bogen, dem die Bahnlinie weitgehend folgt, bis …

Rheinsteigetappe 15: Die Königsetappe von St. Goarshausen nach Kaub

Wer durch die Hölle will, muss verteufelt viel trinken. Die Rheinsteigetappe 15 von St. Goarshausen nach Kaub gilt bei vielen Wanderern als die Königsetappe des gesamten Rheinsteigs. Das betrifft sowohl die Länge als auch die Höhenmeter, die zu überwinden sind. Und ja, dieses Stück hat es in sich. Es stellt aber keine besonderen Ansprüche an Trittsicherheit, auch wenn das ein Schild kurz vor Kaup für den letzten Abschnitt noch glauben machen will. Vom Bahnhof gehen wir – wir, das sind mein Bruder und ich – nach links bis zur Einmündung der Forstbachstraße. Hier kurz nach links und schon sehen wir auf der rechten Straßenseite den Einstieg in den Rheinsteig, der als enge Gasse zwischen zwei Wohnhäusern über Treppen steil bergauf führt. Gleich zu Beginn ein langer Aufstieg Der Anstieg zieht sich, es geht in etlichen Windungen bergan. Immer wieder aber können wir an einem der Aussichtspunkte kurz verschnaufen, denn jedes Mal bietet sich ein wunderbarer Blick über St. Goarshausen, das gegenüberliegende St. Goar und Vater Rhein. In einer der Spitzkehren erwartet uns das Tor zur …

Wanderungen im Venn führen meist über Plankenstege

Water World im Hohen Venn

Wie ich einmal beinahe beim Wandern im Hohen Venn ertrank. Das ist jetzt nichts so ganz neu:  Wandern im Hohen Venn gehört noch in meine Kölner Zeit. Und Water World im Hohen Venn, das spielt naturgemäß meist im November. Und dann ich als Kevin Costner alleine in der endlosen Weite. Wenn man mal von dem Wandergespenst absieht. Grau war’s schon, als ich losfuhr. Aber der Regen hat gewartet, bis ich losging. Erst musste ich ja rausfahren: Köln–Eupen und dann hoch ins Venn, das sind knapp hundert Kilometer. Als ich in Baraque Michel losgehe, bin ich der Einzige auf dem Parkplatz an Belgiens höchster Frittenbude. Wobei, die gibt es ja nicht mehr, die ist wegverschönert worden. Und schon fängt es an zu nieseln. Es hat ja auch in den vergangenen Tagen nicht wenig genieselt. So ist die Wanderung ins Wasser gefallen. Also mehr so tatsächlich, also nicht wirklich symbolisch. Wie kompliziert ist das denn!  Sonst könnte ich ja gar nicht drüber schreiben und würde lieber schweigen. Also, jetzt mal in bestem Wandersprech: Auf schmalem befestigtem Weg …

Schwarzwaldsteig Wandern, alle Teilnehmer des Bloggerwanderns auf einem Foto

Drei Tage im Wanderparadies – Tag 3

Der Peterstaler Schwarzwaldsteig Ich bin eigentlich ein introvertierter Mensch. Will sagen, auch wenn ich unter Menschen bin, halte ich mich kommunikativ eher zurück, brauch meine Pausen, meine stillen Momente. Das ist bei einem Bloggerwochenende manchmal schwierig. Und nicht alle verstehen das. Man hält mich dann für einen Einzelgänger, für schlecht gelaunt oder schlimmstenfalls für überheblich. In Bad Peterstal-Griesbach habe ich zwei Tage lang ganz vorne mitgemischt, habe unsere Wanderführer ausgehorcht, habe Kontakte geschlossen, habe mitdiskutiert. Und es kam, wie es kommen musste. Am dritten Tag fordert die Introversion ihr Recht. Ich bin also am Morgen einsilbig, froh, dass ich erstmal alleine frühstücken kann und noch keiner mit mir reden will. Heute ist es nicht Celine, die mich abholt, sondern eine Kollegin von der Tourist-Information. Sie ist bemüht, mich schon auf der Fahrt zum Treffpunkt zu unterhalten. Auf dem Weg  ins Tal sieht sie an einer Scheune den »Herrgottschnitzer« des Ortes, der gerade mit seiner Motorsäge einen großen Vogel aus einem Holzstück herausschneidet. Sie will ihn mir vorstellen, er bekommt erst mal gar nicht mit, dass …

Sonne und Wolken – Wandern auf Rügen

Rügen – There is an
Island in the sun …

Wanderungen und Ausflüge auf der Sonneninsel Rügen »Mehr Sonne als auf Rügen gibt es nirgendwo in Deutschland. Das beweisen jedenfalls die Messungen der 217 Stationen des deutschen Wetterdienstes.« So berichtet die Ostseezeitung schon im Jahr 2013. Ich selbst bin vor genau 20 Jahren zum ersten  Mal auf Rügen gewesen. Und als wir – die Katze und ich – uns jetzt fragten, wo man Ende Oktober noch Urlaub machen kann, bekam ich spontan Lust, mich zusammen mit meiner Liebsten noch einmal auf der Sonneninsel umzusehen. 1999 waren noch überall die Nachwirkungen der Wendezeit zu spüren. Vieles war im Umbruch, an vielen Stellen wurde renoviert bzw. neu gebaut, aber die alte DDR-Zeit war noch allerorts vorhanden. Überall begegnete ich nicht erfüllten Träumen von Freiheit, die in Frustration geendet hatten. Damals hatte ich in Götemitz mein Domizil aufgeschlagen, das war das Ergebnis einer spontanen Entscheidung. So mitten auf der Insel schien mir damals passend. Diesmal aber haben wir uns für eine Unterkunft in der Nähe der bekanntesten Sehenswürdigkeiten entschieden, das war für uns an der Ostküste, weil wir …

Schlepper am Kai auf der Elbe im Gegenlicht

Hamburg Altona – deine
Sehenswürdigkeiten

Altona – Teil meines Lebens Was macht man, wenn man zwischen einem Termin in Altona und dem Dienstbeginn in Othmarschen fast vier Stunden Zeit zum Vertrödeln hat? Ging mir gerade am vergangenen Montag so. Wie immer ungeplant. Nach dem Termin, der mich ein wenig nachdenklich zurückgelassen hat, finde ich mich im Mercado wieder – Hamburger wissen, was ich meine. Aber ich kann nicht vier Stunden in Bäckerei-Cafés rumsitzen oder endlos meine Runden drehen. Nachdem ich meinen Hunger gestillt, mir verschiedene Bekleidungsshops von außen angesehen und vor der Eisdiele im ersten Stock gekniffen habe, fällt mir nicht mehr viel ein, wie ich meine Zeit noch weiter inhouse verbummeln könnte. Warum nicht ein wenig Altona und seine Sehenswürdigkeiten erkunden? Und zwar auf einer selbst erdachten Sightseeing-Runde. Vom Bahnhof Altona führt mich mein Weg zum Platz der Republik. Ich würde es lieber Park nennen, aber okay. Schon seit Langem frage ich mich, was es mit den beiden Centauren auf sich hat, die scheinbar um einen dicken Fisch rangeln. Ich werde meine kluge Katze fragen, die ja (fast) alles …

Hunsrück Traumschleifen

Die große Traumschleifenflut

Brauchen wir im Hunsrück wirklich 120 Traumschleifen? Ich habe in den letzten Jahren immer wieder – auch in aller Öffentlichkeit – laut den Kopf darüber geschüttelt, wenn ich las, wie viele Traumschleifen es mittlerweile gibt. Traumschleifen sind Wanderwege, die in der Nähe des großen Bruders Saar-Hunsrück-Steig den Wanderer anlocken (sollen). Schon als die Zahl von 111 Traumschleifen erreicht war, hatte mein Kopfschütteln Ausmaße erreicht, die Umstehende um meine Gesundheit fürchten ließen. Nun war ich gerade im Rahmen einer Erkundungstour in meiner Heimat im Hunsrück. Als mein Gastgeber erfuhr, dass ich wandern wollte, erzählte er mir, dass es direkt unterhalb des Dorfes einen Einstieg in eine relativ neue Traumschleife gibt. Der Name der Traumschleife ist hier egal, da es mir um das Konzept geht. Nachdem ich mit meiner Frau tagsüber auf dem Nahesteig gewesen war, blieb mir am Abend noch ein wenig Zeit, um die neue Traumschleife zu erkunden. Zwei Stunden hatte ich mir selbst gegeben. Es war tatsächlich nur wenige Hundert Meter unterhalb des Dorfes, wo der Weg die Straße kreuzte. Ich folgte ihm nach …

Die Fahne auf dem Paradiesfelsen, im Hintergrund ein Schwarzwaldhaus vor der grünen Silhouette eines mit Wald bestandenen Hügels

Drei Tage im Wanderparadies – Tag 2

Tag 2 im Wanderparadies – auf dem Himmelssteig ins Paradies Wir erinnern uns: An Tag 1 im Wanderparadies haben wir etwas über den Schöpfungmythos von Bad Peterstal-Griesbach erfahren. Gewandert sind wir auch ein bisschen, gegessen haben wir reichlich in einem himmlischen Restaurant, wo der Abend für mich an der Theke endete. Geschlafen habe ich wenig, denn die Nacht war so ruhig, dass ich ganz unruhig wurde. Aber das lag vermutlich mehr am Vollmond als an der Stille dieses Ortes. Und auch die unruhigste Nacht ist mal vorbei. Der nächste Morgen (also der von Tag 2) sieht mich wohlgelaunt am Frühstückstisch. Heute geht es dem Himmel entgegen – auf dem Himmelssteig. Celine (zur Erinnerung: Wer durch den Hunsrück will, muss verteufelt gut fahren) holt mich pünktlich ab. Heute geht es erstmal zur Tourist Information von Bad Peterstal. Dort gibt es das Testcenter von Best of Wandern. Wer als Gast erst vor Ort die Lust aufs Wandern bekommt, kann sich hier probeweise für den ersten Wandertag Ausrüstung ausleihen. Das können Wanderstöcke sein, ein Rucksack oder vielleicht sogar …

Wiesensteig wandern

Drei Tage im Wanderparadies – Tag 1

Schwarzwälder Wandersinfonie – die Ouvertüre Gott erschuf die Erde in sechs Tagen. Am siebten Tag ruhte er von seiner Arbeit aus. So wird es uns in der Kirche gelehrt. Ich kenne aber noch eine andere Version dieser Geschichte: Gott war ein unruhiger und kreativer Geist. Als er sich am siebten Tag genug über das gefreut hatte, was er da erschaffen hatte, juckte es ihn gleich wieder in den Fingern. In seiner (Schöpfungs-)Werkstatt hatte er noch einen ganzen Haufen saftig grüner Wiesen, noch jede Menge tiefblauen Himmel und Berge voller dunkler Tannen übrig. Angesichts dessen bekam er gleich wieder Lust, noch ein ganz besonderes Fleckchen Erde zu gestalten. So schuf er mit viel Liebe und großer Hingabe einen verzauberten Landstrich und nannte ihn Paradies. Weil dieser Name aber durch bekannte Ereignisse in Verruf kam, tauften die Menschen das Tal dann um in Bad Peterstal-Griesbach. Er hatte so viel Spaß an diesem Stück Natur, dass er darüber fast Kaffee und Kuchen vergaß. Weil er jedoch mit diesem Landstrich so zufrieden war, erfand er auch gleich noch die passende …

Eine Kirche am anderen Ufer

Wo ist denn nun der Nahesteig?

Auf der Suche nach dem Nahesteig Es fängt an, wie so oft. Ich steh am Startpunkt und hab keinen Plan. Das passiert mir regelmäßig, aber heute ist die Katze dabei. Da sollte mir das doch nicht passieren. Für sie bin ich doch der Wanderheld. Dass ich keinen Peil hab, das ist mir jetzt peinlich. Am Bahnhof von Neubrücke zeigt mir leider keine Markierung, wo der Nahesteig anfängt. Das Wetter ist hervorragend. Nachdem wir in der letzten Woche wieder kaum erträgliche schwül-heiße Tage hatten, ist es wesentlich kühler – trotz Sonnenschein. Wegen des Nahesteigs bin ich jetzt hier. Ich tue, was ich sonst auch immer tue, wenn ich erst einmal nicht weiß, wie und wo es weitergeht. Ich laufe zunächst geradeaus. Und tatsächlich finde ich nach ca, 300 Metern das erste Hinweisschild. Weil der Nahesteig nämlich nicht am Bahnhof in Neubrücke anfängt, sondern an einem Wanderparkplatz in der Nähe. Die Markierung schickt uns (die Katze und mich) nach rechts, an einem fast ausgetrockneten Bach entlang. Es sieht aus, als ginge es in einen kleinen Wald hinein, …

Ahr, Ahrtal, Ahrtsteg-Etappe

In der Mitte entspringt ein Fluss

Mitten in Blankenheim, im Sockel eines alten Fachwerkhauses befindet sich die Quelle der Ahr. Hier beginnt zugleich die erste Ahrsteigetappe.

Husum, graue Stadt am Meer, der Hafen, blauer HImmel, weiße Wolken

Husum – Graue Stadt am Meer

Husum – ein etwas anderer Geburtstag Was wünscht man sich zum Geburtstag, wenn man in einem Alter ist, indem man schon erfahren hat, dass weltliche Dinge nicht unbedingt glücklich machen? Immer wieder habe ich mich in den letzten Jahren bei der Frage, was ich mir zum Geburtstag wünsche, in der Situation wiedergefunden, dass ich ratlos mit den Schultern zuckte. Mir fiel nichts ein. Spenden statt Geschenke? Eine sinnvolle Aktion, aber ich habe bei solchen Aktionen von Freunden erfahren müssen, dass das nur Erfolg verspricht, wenn man ein großes Fest macht und eine Spendenbox aufstellt. Das große Fest aber hat sich 14 Tage vor meinem Geburtstag in Luft aufgelöst. Zu viele Freunde haben abgesagt. Bücher? Bücher gehen immer, kommen in der Regel auch gut an. Ich bin ein großer Krimi-Fan. In diesem Fall aber hat ein Buch, das ich schon Wochen vor meinem Geburtstag von meiner Frau geschenkt bekam, die Schlüsselrolle gespielt. Es handelt sich um einen Regionalkrimi, der in Husum spielt. In diesem Krimi spielt Theodor Storm bzw. ein plötzlich aufgetauchtes Romanmanuskript, das dem alten …

Wildenburg-wandern

Wildenburg – mon amour

Gehen oder nicht gehen, das ist hier die Frage Ich bin jetzt den dritten Tag hier im Hunsrück. Am ersten Tag das Klassentreffen, gestern die kleine Klettertour mit meinen Neffen Norman über die Felsklippen am Wildenburger Kopf und heute der Abschiedstag. Es ist Montag. Die Bahn nach Hamburg soll erst am späten Nachmittag fahren. Die beste Schwester der Welt wird mich nach Oberstein zum Bahnhof bringen. Das Wetter ist nicht allzu heiß. Was tun? Ich habe schon am Vortag nach dem alten Wanderpfad Ausschau gehalten, der von der Wildenburg hinunter nach Tiefenstein führt. Den haben wir als Jugendliche oft genutzt, um ins Staden-Schwimmbad zu laufen. Den Einstieg habe ich gefunden. Warum also nicht heute diesen Weg laufen? Ich schaue im Netz nach dem Fahrplan der städtischen Busse. Aber das ist leider keine sehr komfortable Auskunfts-App, sodass ich nicht wirklich klug daraus werde, wann die Busse von Tiefenstein – wo ich wahrscheinlich mit dem Pfad herauskommen werde –aus Richtung Oberstein fahren. Dann stellt sich heraus: Meine Schwester fährt sowieso nach Oberstein, weil sie zum Optiker muss! …

Mann mit grauen Haaren unter grünen Bäumen auf einem Felsplateau

Mit Knut am Battertfelsen
klettern

Eine Einladung in die Battertfelsenregion Die Battertfelsenregion oberhalb von Baden Baden ist eine beliebte Kletterregion. Schon vor Jahren schlug Knut »Du weißt ja, ich geh gerne steil«, mit dem ich schon die eine oder andere Tour im Ahrtal gemacht habe, mir vor, dass ich ihn mal in Karlsruhe besuche und wir dann in seinem zweiten Wohnzimmer eine Tour machen sollten. Zu der Einladung schickte er mir Fotos von den Battertfelsen. Das hätte er besser nicht gemacht. Ich und klettern!  Ich kriegte Zustände, schon allein bei der Vorstellung, im Fels zu hängen und dann nicht mehr ein oder aus bzw. rauf oder runter zu wissen. Knut sichert mich ab. Und ich klettere!? Tolle Vorstellung. Aber soweit ab von der Realität. Und ich war selber dran schuld. Leider hatte ich die Vorstellung bei der Wahl unserer Touren im Ahrtal genährt, dass ich genauso gerne steil ging wie er. Vor drei Jahren hatte ich mit ihm und Freunden die anspruchsvollste Tour im Ahrtal überhaupt gemacht: Über alle sieben Gipfel rund um Altenahr und Mayschoß. Immer rauf auf die …

Fasten und Wandern in Herbststimmung am Weiher

Fasten und Wandern zum
Zweiten

Stirb langsam … auf dem Kölnpfad 1 Ich weiß nicht, was mich dazu gebracht, ausgerechnet auf dem Kölnpfad zu wandern, während ich faste. Vielleicht war es der Gedanke, geschwächt und ermattet irgendwo im wilden Niemandsland der Eifel zusammenzubrechen, der mich diesen Wanderweg rund um Köln wählen ließ für meinen zweiten Fasten-Wanderversuch. Dass ich mich auf dem Kölnpfad eher verlaufen könnte als in der wilden Eifel, das musste ich dann erst erfahren. Mein erster Versuch zum Thema Fasten und Wandern liegt fast zwei Jahre zurück. Damals führte mich meine Wanderung im Frühling von Rheinbach über die Tomburg und in einem weiten Bogen wieder zurück. (Den Link zu diesem Bericht findest Du am Ende des Textes). Jetzt aber haben wir Winter und ich starte meine Tour am dritten Fastentag. (Anmerkung: Nicht alle Fotos der Strecke sind an diesem Wandertag entstanden!) Anders als bei meinem ersten Versuch habe ich aktuell so gut wie keine Umstellungsschwierigkeiten. Außerdem steht mir mein erfahrener Fastenguru Susanne (Wie heißt eigentlich die weibliche Form von Guru?) zur Seite. Von Anfang an ist klar, dass …

Restaurantschiff am Rheinufer, in der Sonne draußen sitzen und Kaffee trinken

Fasten und Wandern zum
Dritten

Stirb langsam … auf dem Kölnpfad 2 Es ist soweit: Hatte ich am vergangenen Sonntag nach dreitägigem Fasten eine Strecke von ca. 25 Kilometern hinter mich gebracht, ist an diesem Samstag die nächste Herausforderung zu bewältigen. Etwa 30 km Wandern im Fastenmodus sollen es heute sein und zwar auf der Etappe des Kölnpfades, die ich ursprünglich schon letztes Wochenende gegangen sein wollte. Den ganzen Tag ist Sonnenschein angesagt. Als ich um 9 Uhr morgens aufbreche, zeigt das Thermometer knackige minus 8 Grad. Herrrrrrlisch! Ich bin bestens vorbereitet!? Etwas klüger geworden durch die anfänglichen Verwirrungen bei der letzten Tour wegen des Wegverlaufs zu Beginn, habe ich am Abend vorher noch einmal auf die Karte des Eifelvereins geschaut und mir den ungefähren Wegverlauf eingeprägt. Ja, die erste Etappe des Kölnpfades soll es heute sein und zwar entgegen der offiziellen Laufrichtung. Diese endet im Klettenbergpark. Von mir bis dorthin ist es ein knapper Kilometer. Es ist der 10. Fastentag, ich bin also gut «drin«. Mittlerweile habe ich fünf Kilo abgenommen, dafür aber zwei Kilo Wanderschuhe an den Füßen. Wieder habe ich …

Ein großes Büschel Wollgras, vor einem Moortümpel, drumherum leuchtet die braune Torferde

Wanderung im Himmelmoor

Lust auf eine kleine Abendwanderung durchs Himmelmoor bei Quickborn Es ist einer dieser gerade vergangenen warmen Apriltage, die bei den Zeitungsmeteorologen düstere Ahnungen von einem neuen Dürresommer aufkeimen lassen. Ein wenig kühler ist es schon geworden. Das merke ich, als ich vor die Tür trete. Ganz spontan kommt mir die Idee, noch einmal ins Himmelmoor bei Quickborn zu fahren. Mein zweiter Besuch im Himmelmoor Vor ein paar Tagen erst war ich zum ersten Mal da. Allerdings mit zwei Begleiterinnen und mit einer ganz bestimmten Mission. Über diese will ich aber lieber schweigen. Das war am vorherigen Sonntag, bei allerschönstem Wetter. Daher war auf dem kleinen Besucherparkplatz nur mit Glück eine Lücke zu finden, wo sich Berbel, unser kleiner Smart, ausruhen konnte. Entsprechend viel los war unterwegs auf den Torfwegen. Solchem Massenansturm will ich diesmal entgehen. An einem Wochentag sollte nicht so viel los sein und jetzt am frühen Abend saßen die meisten wohl lieber nach getaner Arbeit zu Hause am Abendbrottisch oder vor dem Fernseher. Ruhe im Moor Auf dem Parkplatz am Moor stehen diesmal tatsächlich …

Blauer Himmel, Federwolken, darunter das Steinerberghaus

Wie ich an Karneval ohne Frau E. auf den Steinerberg wanderte

Kleine Anmerkung: Dieser Beitrag ist schon etwas älter, genau wie ich. Er stammt noch aus meiner Kölner Zeit. Da wärste aber auch früher oder später von selbst drauf gekommen. Herr, gib mir Geduld, aber zackig Also, Frau E. ist eine Nachbarin. Schon seit über 20 Jahren. Das wusste sie aber bisher noch nicht. Seit Kurzem wandert sie auch. Frau E. ist fast so alt wie ich, aber nur fast, aber auch nicht mehr ganz jung. Und weil sie nicht mehr ganz jung ist, hat sie’s mit den Füßen. Zurzeit besonders mit dem einen. Weil die Füße beim Laufen immer weh tun, geht sie zum Orthopäden (das ist so ein Beruf angesiedelt irgendwo zwischen Hufschmied und Metzger). Der Orthopäde sagt: Schau’n wir mal, nimmt seine Werkzeugkiste mit Feile, Säge und so und schnippelt und feilt an dem einen Fuß rum. Er sagt: »So, probieren Sie mal!« Jetzt tut der Fuß richtig weh. Da geht Wandern erst mal gar nicht. Es reicht mal gerade für Karneval, aber Karneval geht ja bei den Kölnern immer. Auch bei den alten. …