Alle Artikel in: Allgemein

Eine Wiese mit Bäumen, Frühdunst über der Landschaft, zauberhaft leuchtendes Licht

Wandern ist in

»Wandern ist in«. So lautete die Titelstory einer Ausgabe des Magazins Focus im Jahre 2005. Und der Trend ist – über 15 Jahre später – immer noch ungebrochen. Aber schon bevor prominente Bekenner wie Manuel Andrack Wanderbücher verfassten, konnten deutsche (aber auch internationale) Wanderregionen steigende Besucherzahlen registrieren. Ist aber Wandern nur eine neue Modeerscheinung wie Power Yoga, Tai Bo oder Chi Gong?  Es lohnt sich, den Motiven derer, die es hinauszieht in die Eifel, in den Harz, in den Schwarzwald, auf die Europäischen Fernwanderwege oder einfach nur in die Berge, auf den Grund zu gehen. Mag sein, dass Wandern eine kostengünstige Art ist, Urlaub zu machen. Aber das gilt nicht erst seit heute.  Wandern hat besonders in Deutschland eine lange Tradition. Es gibt kaum ein anderes Land, in dem Wandern so gut durchorganisiert ist wie hier bei uns. Regionale Wandervereine kümmern sich seit Jahrzehnten um die Anlage und Pflege von Wanderwegen. Überregional haben sie sich zusammengefunden zum Deutschen Wanderverband. Mittlerweile gibt es im zertifizierungssüchtigen Deutschland sogar ein Qualitätssiegel für Wanderwege, das nicht nur den Wanderweg, …

Ein rostiges Stahlfachwerk über einen Fluss, davor zwei Menschen, die sich das Wasser des Flusses anschauen

Die Hohenrheinbrücke bei Niederlahnstein

Überraschung! Heute mal kein Wanderbericht, sondern ich schreibe über eine Brücke, die mich bei einer meiner Wanderungen besonders beeindruckt hat. In nächster Zeit werde ich noch über weitere solche Brücken schreiben und dabei auf ihre Geschichte eingehen. Im heutigen Beitrag widme ich mich der Hohensteinbrücke bei Niederlahnstein, an der vorbeikommt, wer eine Wanderung durch die wildromantische Rupertsklamm gemacht hat und zu Fuß nach Lahnstein läuft. Dieses Eisenbahnviadukt ist so unbedeutend, dass eine Googlesuche kein Ergebnis bringt, jedenfalls nicht auf den ersten Seiten. Auch wenn der Name Hohenrheinbrücke uns glauben macht, dass die Brücke über den Rhein führt, befindet sich dieses alte Eisenbahnviadukt einige Kilometer vom größten deutschen Strom entfernt im Lahntal. Es hat seinen Namen nach der alten Lahnsteiner Gemarkung Hohenrhein.  In einem der schönsten deutschen Flusstäler verkehren auf der Lahntalstrecke zwischen Lahnstein und Diez Züge der Deutschen Bahn, aber auch solche regionaler Betreiber. Zwischen Niederlahnstein und dem alten Kaiserbad Bad Ems queren die Züge die Lahn über das alte Hohenrheinviadukt. Bei Friedrichssegen macht die Lahn einen weiten Bogen, dem die Bahnlinie weitgehend folgt, bis …

Rheinsteigetappe 15: Die Königsetappe von St. Goarshausen nach Kaub

Wer durch die Hölle will, muss verteufelt viel trinken. Die Rheinsteigetappe 15 von St. Goarshausen nach Kaub gilt bei vielen Wanderern als die Königsetappe des gesamten Rheinsteigs. Das betrifft sowohl die Länge als auch die Höhenmeter, die zu überwinden sind. Und ja, dieses Stück hat es in sich. Es stellt aber keine besonderen Ansprüche an Trittsicherheit, auch wenn das ein Schild kurz vor Kaup für den letzten Abschnitt noch glauben machen will. Vom Bahnhof gehen wir – wir, das sind mein Bruder und ich – nach links bis zur Einmündung der Forstbachstraße. Hier kurz nach links und schon sehen wir auf der rechten Straßenseite den Einstieg in den Rheinsteig, der als enge Gasse zwischen zwei Wohnhäusern über Treppen steil bergauf führt. Gleich zu Beginn ein langer Aufstieg Der Anstieg zieht sich, es geht in etlichen Windungen bergan. Immer wieder aber können wir an einem der Aussichtspunkte kurz verschnaufen, denn jedes Mal bietet sich ein wunderbarer Blick über St. Goarshausen, das gegenüberliegende St. Goar und Vater Rhein. In einer der Spitzkehren erwartet uns das Tor zur …

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Schöner kann ein Platz nicht sein — biilliger schon (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Auf dem Rheinburgenweg von St. Goar nach Oberwesel

Die einzelnen Etappen des Rheinburgenwegs haben sehr unterschiedlichen Charakter. Die 10. Etappe ist recht kurz, dafür aber eine der schönsten. Sobald wir in St. Goar aus dem Bahnhof treten, stehen wir auch schon am Startpunkt dieses Streckenabschnitts. Wir wenden uns kurz nach links, gehen durch die Unterführung und folgen dann der Wegmarkierung für den Rheinburgenweg über die Treppenstufen bergauf. Es sind nicht wenige, da kommt man schnell ein wenig außer Atem. Aber schon hier in diesem ersten steilen Anstieg lockt gleich ein erstes Highlight. Rechter Hand im Hang rauscht ein schmaler Wasserfall über den Fels. Das sollte sogleich den eventuell aufkommenden Unmut über den langen Anstieg im Keim ersticken. Es ist ein erster Hinweis auf die vielen Schönheiten, die uns noch erwarten. Wenn wir uns an dieser Stelle umdrehen, sehen wir unter uns die Stadt und den Fluss liegen. Von hier oben ebenfalls sehr schön zu sehen ist auf der gegenüberliegenden Rheinseite das sehr schmale und scharf eingeschnittene Seitental des Hasenbaches, das so typisch ist für diese Region. Rechts darüber auf dem Hügel liegt Burg Katz. Nach einer …

Wald, Weg, Wanderer auf dem Rheinburgenweg

Rheinburgen und mächtige Männer

Warum gerade diese Etappe des Rheinburgenwegs? Die einzelnen Etappen des Rheinburgenwegs haben sehr unterschiedlichen Charakter. Die Etappe 7 der Rheinburgenweges von Koblenz nach Rhens ist deshalb so reizvoll, weil man ab dem Moment, in dem man die Stadtgrenze Koblenz passiert, fast nur noch durch kühlen, schattigen Laubwald läuft. Außerdem verbindet Sie zwei historisch äußerst bedeutsame Punkte: den Rittersprung in Koblenz, wo seinerzeit wegweisende Entscheidungen für die Bundesrepublik Deutschland getroffen wurden, und den Königsstuhl in Rhens, wo sich während des Mittelalters die neugewählten deutschen Kaiser auf ihrem Weg zur Krönung in Aachen, ihren Untertanen zeigten und den Treueeid leisteten. Start am Koblenzer Hauptbahnhof Die hier vorliegende Beschreibung startet am Koblenzer Hauptbahnhoft. Aus dem Haupteingang des Bahnhofs heraustretend, gehen wir einfach geradeaus, bis zur nächsten große Querstraße, die Hohenzollernstraße. Dieser folgen wir nun nach rechts ein ganzes Stück stadtauswärts. Kurz vor dem Stadtrand mit seinen vielen Straßenüber- und -unterführungen biegen wir links in den kleinen Park ab, laufen dort geradeaus weiter. Hier stoßen wir dann auch auf das Wegezeichen für den Rheinburgenweg. Dass dieses hier noch orange …

Der AhrSteig blau bei Aremberg

AhrSteig blau in 2 Etappen: Tag 2

Mein zweiter Tag auf dem AhrSteig blau Ihr erinnert euch? Ich will versuchen, den kompletten AhrSteig blau in zwei Etappen zu bewältigen. Am ersten Tag wanderte ich von Blankenheim bis nach Eichenbach. Das war etwas mehr als die beiden offiziellen ersten Etappen. Heute steht der Rest der Tour an: Von Eichenbach bis Kreuzberg. Das ist noch einmal ein wenig mehr als am Vortag und da war ich abends schon ziemlich erschöpft. Was wird also der neue Tag bringen? Der Tag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück Gestern bin ich erschöpft und müde in Eichenbach ins Hotelbett gekrochen. Mein Schlaf war tief und fest. Am heutigen Morgen bin ich schon früh auf den Beinen. Frühstück gibt es morgens erst ab 9 Uhr, auf Wunsch aber auch früher. Der Frühstücksraum – es handelt sich um den kleineren der beiden Räume, in denen am Abend vorher gespeist wurde, ist fast leer. Außer mir sind nur zwei junge Männer beim Frühstücken. Wie ich später feststelle, sind es zwei Holländer, die sich an diesem Sonntag noch an den Berg- und Talfahrten …

Wiesensteig wandern

Drei Tage im Wanderparadies – Tag 1

Schwarzwälder Wandersinfonie – die Ouvertüre Gott erschuf die Erde in sechs Tagen. Am siebten Tag ruhte er von seiner Arbeit aus. So wird es uns in der Kirche gelehrt. Ich kenne aber noch eine andere Version dieser Geschichte: Gott war ein unruhiger und kreativer Geist. Als er sich am siebten Tag genug über das gefreut hatte, was er da erschaffen hatte, juckte es ihn gleich wieder in den Fingern. In seiner (Schöpfungs-)Werkstatt hatte er noch einen ganzen Haufen saftig grüner Wiesen, noch jede Menge tiefblauen Himmel und Berge voller dunkler Tannen übrig. Angesichts dessen bekam er gleich wieder Lust, noch ein ganz besonderes Fleckchen Erde zu gestalten. So schuf er mit viel Liebe und großer Hingabe einen verzauberten Landstrich und nannte ihn Paradies. Weil dieser Name aber durch bekannte Ereignisse in Verruf kam, tauften die Menschen das Tal dann um in Bad Peterstal-Griesbach. Er hatte so viel Spaß an diesem Stück Natur, dass er darüber fast Kaffee und Kuchen vergaß. Weil er jedoch mit diesem Landstrich so zufrieden war, erfand er auch gleich noch die passende …

Die Fahne auf dem Paradiesfelsen, im Hintergrund ein Schwarzwaldhaus vor der grünen Silhouette eines mit Wald bestandenen Hügels

Drei Tage im Wanderparadies – Tag 2

Tag 2 im Wanderparadies – auf dem Himmelssteig ins Paradies Wir erinnern uns: An Tag 1 im Wanderparadies haben wir etwas über den Schöpfungmythos von Bad Peterstal-Griesbach erfahren. Gewandert sind wir auch ein bisschen, gegessen haben wir reichlich in einem himmlischen Restaurant, wo der Abend für mich an der Theke endete. Geschlafen habe ich wenig, denn die Nacht war so ruhig, dass ich ganz unruhig wurde. Aber das lag vermutlich mehr am Vollmond als an der Stille dieses Ortes. Und auch die unruhigste Nacht ist mal vorbei. Der nächste Morgen (also der von Tag 2) sieht mich wohlgelaunt am Frühstückstisch. Heute geht es dem Himmel entgegen – auf dem Himmelssteig. Celine (zur Erinnerung: Wer durch den Hunsrück will, muss verteufelt gut fahren) holt mich pünktlich ab. Heute geht es erstmal zur Tourist Information von Bad Peterstal. Dort gibt es das Testcenter von Best of Wandern. Wer als Gast erst vor Ort die Lust aufs Wandern bekommt, kann sich hier probeweise für den ersten Wandertag Ausrüstung ausleihen. Das können Wanderstöcke sein, ein Rucksack oder vielleicht sogar …

Schwarzwaldsteig Wandern, alle Teilnehmer des Bloggerwanderns auf einem Foto

Drei Tage im Wanderparadies – Tag 3

Der Peterstaler Schwarzwaldsteig Ich bin eigentlich ein introvertierter Mensch. Will sagen, auch wenn ich unter Menschen bin, halte ich mich kommunikativ eher zurück, brauch meine Pausen, meine stillen Momente. Das ist bei einem Bloggerwochenende manchmal schwierig. Und nicht alle verstehen das. Man hält mich dann für einen Einzelgänger, für schlecht gelaunt oder schlimmstenfalls für überheblich. In Bad Peterstal-Griesbach habe ich zwei Tage lang ganz vorne mitgemischt, habe unsere Wanderführer ausgehorcht, habe Kontakte geschlossen, habe mitdiskutiert. Und es kam, wie es kommen musste. Am dritten Tag fordert die Introversion ihr Recht. Ich bin also am Morgen einsilbig, froh, dass ich erstmal alleine frühstücken kann und noch keiner mit mir reden will. Heute ist es nicht Celine, die mich abholt, sondern eine Kollegin von der Tourist-Information. Sie ist bemüht, mich schon auf der Fahrt zum Treffpunkt zu unterhalten. Auf dem Weg  ins Tal sieht sie an einer Scheune den »Herrgottschnitzer« des Ortes, der gerade mit seiner Motorsäge einen großen Vogel aus einem Holzstück herausschneidet. Sie will ihn mir vorstellen, er bekommt erst mal gar nicht mit, dass …

Ein großes Büschel Wollgras, vor einem Moortümpel, drumherum leuchtet die braune Torferde

Wanderung im Himmelmoor

Lust auf eine kleine Abendwanderung durchs Himmelmoor bei Quickborn Es ist einer dieser gerade vergangenen warmen Apriltage, die bei den Zeitungsmeteorologen düstere Ahnungen von einem neuen Dürresommer aufkeimen lassen. Ein wenig kühler ist es schon geworden. Das merke ich, als ich vor die Tür trete. Ganz spontan kommt mir die Idee, noch einmal ins Himmelmoor bei Quickborn zu fahren. Mein zweiter Besuch im Himmelmoor Vor ein paar Tagen erst war ich zum ersten Mal da. Allerdings mit zwei Begleiterinnen und mit einer ganz bestimmten Mission. Über diese will ich aber lieber schweigen. Das war am vorherigen Sonntag, bei allerschönstem Wetter. Daher war auf dem kleinen Besucherparkplatz nur mit Glück eine Lücke zu finden, wo sich Berbel, unser kleiner Smart, ausruhen konnte. Entsprechend viel los war unterwegs auf den Torfwegen. Solchem Massenansturm will ich diesmal entgehen. An einem Wochentag sollte nicht so viel los sein und jetzt am frühen Abend saßen die meisten wohl lieber nach getaner Arbeit zu Hause am Abendbrottisch oder vor dem Fernseher. Ruhe im Moor Auf dem Parkplatz am Moor stehen diesmal tatsächlich …

Schlepper am Kai auf der Elbe im Gegenlicht

Hamburg Altona – deine
Sehenswürdigkeiten

Altona – Teil meines Lebens Was macht man, wenn man zwischen einem Termin in Altona und dem Dienstbeginn in Othmarschen fast vier Stunden Zeit zum Vertrödeln hat? Ging mir gerade am vergangenen Montag so. Wie immer ungeplant. Nach dem Termin, der mich ein wenig nachdenklich zurückgelassen hat, finde ich mich im Mercado wieder – Hamburger wissen, was ich meine. Aber ich kann nicht vier Stunden in Bäckerei-Cafés rumsitzen oder endlos meine Runden drehen. Nachdem ich meinen Hunger gestillt, mir verschiedene Bekleidungsshops von außen angesehen und vor der Eisdiele im ersten Stock gekniffen habe, fällt mir nicht mehr viel ein, wie ich meine Zeit noch weiter inhouse verbummeln könnte. Warum nicht ein wenig Altona und seine Sehenswürdigkeiten erkunden? Und zwar auf einer selbst erdachten Sightseeing-Runde. Vom Bahnhof Altona führt mich mein Weg zum Platz der Republik. Ich würde es lieber Park nennen, aber okay. Schon seit Langem frage ich mich, was es mit den beiden Centauren auf sich hat, die scheinbar um einen dicken Fisch rangeln. Ich werde meine kluge Katze fragen, die ja (fast) alles …

Sonne und Wolken – Wandern auf Rügen

Rügen – There is an
Island in the sun …

Wanderungen und Ausflüge auf der Sonneninsel Rügen »Mehr Sonne als auf Rügen gibt es nirgendwo in Deutschland. Das beweisen jedenfalls die Messungen der 217 Stationen des deutschen Wetterdienstes.« So berichtet die Ostseezeitung schon im Jahr 2013. Ich selbst bin vor genau 20 Jahren zum ersten  Mal auf Rügen gewesen. Und als wir – die Katze und ich – uns jetzt fragten, wo man Ende Oktober noch Urlaub machen kann, bekam ich spontan Lust, mich zusammen mit meiner Liebsten noch einmal auf der Sonneninsel umzusehen. 1999 waren noch überall die Nachwirkungen der Wendezeit zu spüren. Vieles war im Umbruch, an vielen Stellen wurde renoviert bzw. neu gebaut, aber die alte DDR-Zeit war noch allerorts vorhanden. Überall begegnete ich nicht erfüllten Träumen von Freiheit, die in Frustration geendet hatten. Damals hatte ich in Götemitz mein Domizil aufgeschlagen, das war das Ergebnis einer spontanen Entscheidung. So mitten auf der Insel schien mir damals passend. Diesmal aber haben wir uns für eine Unterkunft in der Nähe der bekanntesten Sehenswürdigkeiten entschieden, das war für uns an der Ostküste, weil wir …

Ahr, Ahrtal, Ahrtsteg-Etappe

In der Mitte entspringt ein Fluss

Mitten in Blankenheim, im Sockel eines alten Fachwerkhauses befindet sich die Quelle der Ahr. Hier beginnt zugleich die erste Ahrsteigetappe.

Husum, graue Stadt am Meer, der Hafen, blauer HImmel, weiße Wolken

Husum – Graue Stadt am Meer

Husum – ein etwas anderer Geburtstag Was wünscht man sich zum Geburtstag, wenn man in einem Alter ist, indem man schon erfahren hat, dass weltliche Dinge nicht unbedingt glücklich machen? Immer wieder habe ich mich in den letzten Jahren bei der Frage, was ich mir zum Geburtstag wünsche, in der Situation wiedergefunden, dass ich ratlos mit den Schultern zuckte. Mir fiel nichts ein. Spenden statt Geschenke? Eine sinnvolle Aktion, aber ich habe bei solchen Aktionen von Freunden erfahren müssen, dass das nur Erfolg verspricht, wenn man ein großes Fest macht und eine Spendenbox aufstellt. Das große Fest aber hat sich 14 Tage vor meinem Geburtstag in Luft aufgelöst. Zu viele Freunde haben abgesagt. Bücher? Bücher gehen immer, kommen in der Regel auch gut an. Ich bin ein großer Krimi-Fan. In diesem Fall aber hat ein Buch, das ich schon Wochen vor meinem Geburtstag von meiner Frau geschenkt bekam, die Schlüsselrolle gespielt. Es handelt sich um einen Regionalkrimi, der in Husum spielt. In diesem Krimi spielt Theodor Storm bzw. ein plötzlich aufgetauchtes Romanmanuskript, das dem alten …

Mann mit grauen Haaren unter grünen Bäumen auf einem Felsplateau

Mit Knut am Battertfelsen
klettern

Eine Einladung in die Battertfelsenregion Die Battertfelsenregion oberhalb von Baden Baden ist eine beliebte Kletterregion. Schon vor Jahren schlug Knut »Du weißt ja, ich geh gerne steil«, mit dem ich schon die eine oder andere Tour im Ahrtal gemacht habe, mir vor, dass ich ihn mal in Karlsruhe besuche und wir dann in seinem zweiten Wohnzimmer eine Tour machen sollten. Zu der Einladung schickte er mir Fotos von den Battertfelsen. Das hätte er besser nicht gemacht. Ich und klettern!  Ich kriegte Zustände, schon allein bei der Vorstellung, im Fels zu hängen und dann nicht mehr ein oder aus bzw. rauf oder runter zu wissen. Knut sichert mich ab. Und ich klettere!? Tolle Vorstellung. Aber soweit ab von der Realität. Und ich war selber dran schuld. Leider hatte ich die Vorstellung bei der Wahl unserer Touren im Ahrtal genährt, dass ich genauso gerne steil ging wie er. Vor drei Jahren hatte ich mit ihm und Freunden die anspruchsvollste Tour im Ahrtal überhaupt gemacht: Über alle sieben Gipfel rund um Altenahr und Mayschoß. Immer rauf auf die …

Eine Kirche am anderen Ufer

Wo ist denn nun der Nahesteig?

Auf der Suche nach dem Nahesteig Es fängt an, wie so oft. Ich steh am Startpunkt und hab keinen Plan. Das passiert mir regelmäßig, aber heute ist die Katze dabei. Da sollte mir das doch nicht passieren. Für sie bin ich doch der Wanderheld. Dass ich keinen Peil hab, das ist mir jetzt peinlich. Am Bahnhof von Neubrücke zeigt mir leider keine Markierung, wo der Nahesteig anfängt. Das Wetter ist hervorragend. Nachdem wir in der letzten Woche wieder kaum erträgliche schwül-heiße Tage hatten, ist es wesentlich kühler – trotz Sonnenschein. Wegen des Nahesteigs bin ich jetzt hier. Ich tue, was ich sonst auch immer tue, wenn ich erst einmal nicht weiß, wie und wo es weitergeht. Ich laufe zunächst geradeaus. Und tatsächlich finde ich nach ca, 300 Metern das erste Hinweisschild. Weil der Nahesteig nämlich nicht am Bahnhof in Neubrücke anfängt, sondern an einem Wanderparkplatz in der Nähe. Die Markierung schickt uns (die Katze und mich) nach rechts, an einem fast ausgetrockneten Bach entlang. Es sieht aus, als ginge es in einen kleinen Wald hinein, …

Panoramen vom Steinerberg, eines faszinierender als das andere (Foto: Norbert Schneider)

Wandern im Ahrtal – aber richtig

Wandern im Ahrtal und im Ahrgebirge Das Ahrtal ist zu jeder Jahreszeit ein faszinierendes Wanderziel. Diese Vielfalt an wildromantischen Landschaftsformen aus schmalen Klippen, lichten Eichenwäldern, grünen Flussauen und steilen Weinbergslagen auf engstem Raum, das gibt es kein zweites Mal. Dazu ein unvergleichlicher Reichtum an sinnlichen Eindrücken. Das findet sich so in keinem anderen deutschen Mittelgebirge. Besonders schön ist es im Frühjahr, wenn die Natur mit üppigem Grün nicht geizt. Ein ganz besonderes Wandererlebnis versprechen aber auch die Herbstmonate September und Oktober. Dann färben sich Wein- und Baumlaub und die Weinberge erstrahlen in feurigen Farben. Neben dem AhrSteig als Prädikatswanderweg und dem Rotweinwanderweg, der einer der ältesten und renommiertesten deutschen Themenwanderwege ist, hat das Ahrtal noch eine Vielzahl anderer Rund- und Streckentouren zu bieten. Am Ende dieses Artikels findest Du eine kleine Literaturübersicht mit den schönsten Wanderführern für das Ahrtal. Nach Regenfällen ist zumindest auf Teilen des AhrSteigs Vorsicht geboten. Dies gilt vor allem im Herbst, wenn das herabfallende Laub auf nassem Boden landet. Dann besteht auf den schmalen und steilen Bergpfaden Rutschgefahr. Das Ahrtal ist nicht …

Süße schwere Rotweinreben am Weinstock. Ahrtal erleben für Weingenießer

Ahrtal erleben – Tag 1 und 2

Ahrtal erleben – auch für Nordlichter Obwohl ich mittlerweile in Schleswig-Holstein wohne, führt mich mein Weg immer wieder ins Ahrtal. Eine große Liebe verbindet mich mit dieser Landschaft. Sie ist für mich einmalig in Deutschland. Da bin ich also wieder. Am Samstag reise ich an und zwar mit der Bahn aus Hamburg. Der Reisetag beginnt mit großem Chaos. Im Kopf habe ich, dass der Zug 7.30 Uhr in Hamburg am Hauptbahnhof abfährt. Aber irgendwie ist mir komisch bei dem Gedanken. Und kaum sind wir in der Stadt, kommt mir die Idee, doch mal auf mein Ticket zu gucken. Ahrtal erleben: Das Abenteuer beginnt schon in Hamburg Soll man zwar nicht während der Fahrt, vor allem wenn man hinter dem Lenkrad sitzt. Aber das ist jetzt wichtig. Und tatsächlich: Laut Ticket steige ich in Hamburg-Altona ein. Das ist der andere große Fernbahnhof in Hamburg. Jetzt wird es zeitlich eng. Ich sehe mich schon am Bahnsteig stehen und dem Zug nachwinken. Jetzt heißt es Gas geben – in der Stadt. Wird sofort geahndet. Zwar versucht ein freundlicher …

Ahrtal erleben, Blick auf Rech

Ahrtal erleben – Tag 3

… dann doch der AhrSteig Steinthalskopf, Katzlei und … Den AhrSteig kenn’ ich wie meine Westentasche. In dieser Wanderwoche wollte ich das Ahrtal jenseits von AhrSteig und Rotweinwanderweg erkunden. Aber das gelingt nicht immer, denn egal, wie ich auch gehe, immer wieder kreuze ich einen der beiden Wege. Es ist der dritte Tag meiner Urlaubs, heute heißt es, das freundliche kleine Hotel Lindenmühle zu verlassen. Es ist auch der letzte Tag in Ahrweiler. Den Abend verbringe ich mit einem kleinen Abschiedsspaziergang durch die jetzt ruhiger gewordene Altstadt mit den verschiedenen Altstadttoren. Ahrtal erleben: der Plan Heute will über den Steinthalskopf zur Katzlei laufen und dann von dort über den Ahrtalweg bis Rech. Nach dem Frühstück im Hotel Lindenmühle regele ich den Gepäcktransport. Ich  bedanke mich noch für die freundliche Bewirtung und dann gehe ich los. Über mir spannt sich der heiter-blaue Himmel. Die Sonne strahlt mal wieder, als hätte sie das alleinige Sorgerecht über uns Menschen. Draußen vor der Tür zögere ich noch ein wenig.  Weiß nicht so recht, wohin ich mich wenden soll. Ich will beim Kloster Calvarienberg vorbei Richtung …

Ahrtal erleben auf alten Wegen, Blick vom Hornberg

Ahrtal erleben: Tag 4 – Ratlos im Sattel

Auf alten Wegen das Ahrtal erkunden Ich gebe zu, wenn es der Formulierung dient, biege ich auch schon mal die Fakten im Nachhinein zurecht. Will sagen: Ratlos war ich heute ein paar Mal auf meiner Tour, aber im Sattel habe ich nicht gesessen. Ich habe mich mein ganzes Leben noch nicht auf einen Pferderücken begeben, also auch noch nicht in einen Sattel. Andererseits habe ich heute auch einen Sattel passiert, und zwar den zwischen Teufelslei und Schrock. Über diesen Sattel führt nämlich der AhrSteig. Ihr dachtet, ich wollte doch nicht schon wieder auf den AhrSteig? War ich auch nicht, aber der Sattel ist aus vielen Gesichtspunkten interessant. Dort kreuzen sich nämlich eine Menge Wege, alte wie neue. Und dort beginnt auch der Aufstieg auf die Teufelslei, eine der wenigen Touren hier in der Gegend mit kleinen Klettereinlagen. Aber jetzt mal der Reihe nach. Genächtigt habe ich in Rech im Hotel Appel. Ein großer, weißer Bau, der direkt am Ortseingang von Rech steht. Ich wurde freundlich empfangen, mein Gepäck war schon da, nur mit dem Internet klappte …