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Eine Wiese mit Bäumen, Frühdunst über der Landschaft, zauberhaft leuchtendes Licht

Wandern ist in

»Wandern ist in«. So lautete die Titelstory einer Ausgabe des Magazins Focus im Jahre 2005. Und der Trend ist – über 15 Jahre später – immer noch ungebrochen. Aber schon bevor prominente Bekenner wie Manuel Andrack Wanderbücher verfassten, konnten deutsche (aber auch internationale) Wanderregionen steigende Besucherzahlen registrieren. Ist aber Wandern nur eine neue Modeerscheinung wie Power Yoga, Tai Bo oder Chi Gong?  Es lohnt sich, den Motiven derer, die es hinauszieht in die Eifel, in den Harz, in den Schwarzwald, auf die Europäischen Fernwanderwege oder einfach nur in die Berge, auf den Grund zu gehen. Mag sein, dass Wandern eine kostengünstige Art ist, Urlaub zu machen. Aber das gilt nicht erst seit heute.  Wandern hat besonders in Deutschland eine lange Tradition. Es gibt kaum ein anderes Land, in dem Wandern so gut durchorganisiert ist wie hier bei uns. Regionale Wandervereine kümmern sich seit Jahrzehnten um die Anlage und Pflege von Wanderwegen. Überregional haben sie sich zusammengefunden zum Deutschen Wanderverband. Mittlerweile gibt es im zertifizierungssüchtigen Deutschland sogar ein Qualitätssiegel für Wanderwege, das nicht nur den Wanderweg, …

Große Bahnhofshalle mit denkmalgeschützten Glasdach.

The beast from the east

Eine eiskalte Nacht  Der Winter ist noch einmal kurz zurück mit eisigen Winden aus dem Osten. »The Beast from the East«, so wird diese Kälteperiode auch genannt.  Es ist Samstagabend. Aus einer launigen Stimmung heraus habe ich mich entschieden, für meine Rückfahrt mit dem Zug von Hamburg nach Bitburg einmal die Nachtvariante zu wählen. Heißt: Ab HH Hauptbahnhof um 22.46 Uhr, Ankunft in Köln gegen 2.56 Uhr. Dann etwas mehr als 3 Stunden Wartezeit, bis morgens kurz nach 6 Uhr der Zug nach Bitburg geht. Was mir erst kurz vor der Abfahrt klar wird: Köln heißt in diesem Fall Köln-Deutz. Im Deutzer Bahnhof wird nachts wohl kaum ein Lokal geöffnet haben, also überlege ich schon vor der Abfahrt, dass ich ja von Deutz einen kleinen Spaziergang zum Hauptbahnhof machen kann. Meine Katze bringt mich nach Hamburg zum Hauptbahnhof. Eine Straßensperrung (durch Polizeifahrzeuge mit Blaulicht) lässt uns kurz zweifeln, ob wir den Bahnhof rechtzeitig erreichen. Aber dank des untrüglichen Ortsinns der Katze (schließlich ist das hier ihr Revier) sind wir dann doch rechtzeitig da. Kaum ist …

Schlepper am Kai auf der Elbe im Gegenlicht

Hamburg Altona – deine
Sehenswürdigkeiten

Altona – Teil meines Lebens Was macht man, wenn man zwischen einem Termin in Altona und dem Dienstbeginn in Othmarschen fast vier Stunden Zeit zum Vertrödeln hat? Ging mir gerade am vergangenen Montag so. Wie immer ungeplant. Nach dem Termin, der mich ein wenig nachdenklich zurückgelassen hat, finde ich mich im Mercado wieder – Hamburger wissen, was ich meine. Aber ich kann nicht vier Stunden in Bäckerei-Cafés rumsitzen oder endlos meine Runden drehen. Nachdem ich meinen Hunger gestillt, mir verschiedene Bekleidungsshops von außen angesehen und vor der Eisdiele im ersten Stock gekniffen habe, fällt mir nicht mehr viel ein, wie ich meine Zeit noch weiter inhouse verbummeln könnte. Warum nicht ein wenig Altona und seine Sehenswürdigkeiten erkunden? Und zwar auf einer selbst erdachten Sightseeing-Runde. Vom Bahnhof Altona führt mich mein Weg zum Platz der Republik. Ich würde es lieber Park nennen, aber okay. Schon seit Langem frage ich mich, was es mit den beiden Centauren auf sich hat, die scheinbar um einen dicken Fisch rangeln. Ich werde meine kluge Katze fragen, die ja (fast) alles …

Ein großes Büschel Wollgras, vor einem Moortümpel, drumherum leuchtet die braune Torferde

Wanderung im Himmelmoor

Lust auf eine kleine Abendwanderung durchs Himmelmoor bei Quickborn Es ist einer dieser gerade vergangenen warmen Apriltage, die bei den Zeitungsmeteorologen düstere Ahnungen von einem neuen Dürresommer aufkeimen lassen. Ein wenig kühler ist es schon geworden. Das merke ich, als ich vor die Tür trete. Ganz spontan kommt mir die Idee, noch einmal ins Himmelmoor bei Quickborn zu fahren. Mein zweiter Besuch im Himmelmoor Vor ein paar Tagen erst war ich zum ersten Mal da. Allerdings mit zwei Begleiterinnen und mit einer ganz bestimmten Mission. Über diese will ich aber lieber schweigen. Das war am vorherigen Sonntag, bei allerschönstem Wetter. Daher war auf dem kleinen Besucherparkplatz nur mit Glück eine Lücke zu finden, wo sich Berbel, unser kleiner Smart, ausruhen konnte. Entsprechend viel los war unterwegs auf den Torfwegen. Solchem Massenansturm will ich diesmal entgehen. An einem Wochentag sollte nicht so viel los sein und jetzt am frühen Abend saßen die meisten wohl lieber nach getaner Arbeit zu Hause am Abendbrottisch oder vor dem Fernseher. Ruhe im Moor Auf dem Parkplatz am Moor stehen diesmal tatsächlich …

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Das kleine Glück – Morgenstimmung am Kalscheurer Weiher (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Das kleine Glück

Wandern – das kleine Glück im Alltag Wandern spricht mich als ganzen Menschen an. Es ist mehr als nur körperliche Betätigung. Beim Wandern komme ich als Mensch wieder zu mir, finde Ruhe und Gelassenheit. Eingebunden in die Natur finde ich wieder zu seinem eigenen Rhythmus. Am einfachen Naturerlebnis gesundet die Seele und befreit sich vom Alltagsstress. Wandern ist Aktivurlaub, ist Freude an der Bewegung, ist Erleben der eigenen körperlichen Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit. Wandern ist aber auch Meditation, ist Einkehr. Der wandernde Mensch findet zurück zur Freude an den einfachen Dingen: ein Sonnenuntergang, eine blühende Bergwiese, ein murmelnder Bach, der Wind in den Zweigen, ein erklommener Gipfel. Die einfachen Dinge genießen Und auch die körperlichen Bedürfnisse reduzieren sich wieder: auf einen Schluck frisches Wasser, einen herzhaften Apfel, ein Stück Käse auf der Hand, ein Stück knuspriges Brot; all dies verheißt kleine Glücksgefühle, wie der hektische Büroalltag sie nicht mehr kennt. Das Glück finden bei Sonnenaufgang Morgens früh noch vor 5 Uhr im Kölner Grüngürtel am Kalscheurer Weiher. Ich sitze am Rande eines Wäldchens, träume dem Sonnenaufgang entgegen, fühle mich sehr …

Das Licht ist das, was die Seele sucht (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Einfach gehen – Wege für die Seele

Wandern – erfrischend für die Seele Gibt es ein Wandern abseits der Steige, jenseits von Traumschleifen, Traumpfaden, Mittelalterpfaden und allem, was findige Touristiker uns verkaufen wollen? Ich bin als Kind in einem kleinen Dorf im Hunsrück aufgewachsen. Wir waren einfach draußen. Wir verschwanden nach der Schule in den Wiesen, in den Feldern, in den Büschen, im Wald. Cowboy und Indiander spielen, Hütten bauen, in den Felsen an der Wildenburg klettern, so sah unsere Kindheit aus. Sonntags mussten wir dann doch ab und an mit unseren Eltern spazieren gehen, ungern, wer kennt das nicht. Aber von Zeit zu Zeit waren darunter sogar recht interessante Ausflüge. So zum Beispiel, wenn es im Herbst nächtens in den stockdunklen Wald ging, ganz leise, ohne Taschenlampe, um die Hirsche bei der Brunft zu belauschen. Und heute: Heute wandere ich über Steige, über Premiumwanderwege, über Traumschleifen, Traumpfade  und alles, was sich Touristiker und Marketingexperten noch so ausdenken, um aktive Menschen in ihre Region zu locken. Ich kenne viele dieser Premiumwege, kenne den einen oder anderen sogar sehr gut. Aber gerne suche ich mir immer noch meine Wege selbst, …

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Schöner kann ein Platz nicht sein — biilliger schon (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Auf dem Rheinburgenweg von St. Goar nach Oberwesel

Die einzelnen Etappen des Rheinburgenwegs haben sehr unterschiedlichen Charakter. Die 10. Etappe ist recht kurz, dafür aber eine der schönsten. Sobald wir in St. Goar aus dem Bahnhof treten, stehen wir auch schon am Startpunkt dieses Streckenabschnitts. Wir wenden uns kurz nach links, gehen durch die Unterführung und folgen dann der Wegmarkierung für den Rheinburgenweg über die Treppenstufen bergauf. Es sind nicht wenige, da kommt man schnell ein wenig außer Atem. Aber schon hier in diesem ersten steilen Anstieg lockt gleich ein erstes Highlight. Rechter Hand im Hang rauscht ein schmaler Wasserfall über den Fels. Das sollte sogleich den eventuell aufkommenden Unmut über den langen Anstieg im Keim ersticken. Es ist ein erster Hinweis auf die vielen Schönheiten, die uns noch erwarten. Wenn wir uns an dieser Stelle umdrehen, sehen wir unter uns die Stadt und den Fluss liegen. Von hier oben ebenfalls sehr schön zu sehen ist auf der gegenüberliegenden Rheinseite das sehr schmale und scharf eingeschnittene Seitental des Hasenbaches, das so typisch ist für diese Region. Rechts darüber auf dem Hügel liegt Burg Katz. Nach einer …

Ein rostiges Stahlfachwerk über einen Fluss, davor zwei Menschen, die sich das Wasser des Flusses anschauen

Die Hohenrheinbrücke bei Niederlahnstein

Überraschung! Heute mal kein Wanderbericht, sondern ich schreibe über eine Brücke, die mich bei einer meiner Wanderungen besonders beeindruckt hat. In nächster Zeit werde ich noch über weitere solche Brücken schreiben und dabei auf ihre Geschichte eingehen. Im heutigen Beitrag widme ich mich der Hohensteinbrücke bei Niederlahnstein, an der vorbeikommt, wer eine Wanderung durch die wildromantische Rupertsklamm gemacht hat und zu Fuß nach Lahnstein läuft. Dieses Eisenbahnviadukt ist so unbedeutend, dass eine Googlesuche kein Ergebnis bringt, jedenfalls nicht auf den ersten Seiten. Auch wenn der Name Hohenrheinbrücke uns glauben macht, dass die Brücke über den Rhein führt, befindet sich dieses alte Eisenbahnviadukt einige Kilometer vom größten deutschen Strom entfernt im Lahntal. Es hat seinen Namen nach der alten Lahnsteiner Gemarkung Hohenrhein.  In einem der schönsten deutschen Flusstäler verkehren auf der Lahntalstrecke zwischen Lahnstein und Diez Züge der Deutschen Bahn, aber auch solche regionaler Betreiber. Zwischen Niederlahnstein und dem alten Kaiserbad Bad Ems queren die Züge die Lahn über das alte Hohenrheinviadukt. Bei Friedrichssegen macht die Lahn einen weiten Bogen, dem die Bahnlinie weitgehend folgt, bis …

Rheinsteigetappe 15: Die Königsetappe von St. Goarshausen nach Kaub

Wer durch die Hölle will, muss verteufelt viel trinken. Die Rheinsteigetappe 15 von St. Goarshausen nach Kaub gilt bei vielen Wanderern als die Königsetappe des gesamten Rheinsteigs. Das betrifft sowohl die Länge als auch die Höhenmeter, die zu überwinden sind. Und ja, dieses Stück hat es in sich. Es stellt aber keine besonderen Ansprüche an Trittsicherheit, auch wenn das ein Schild kurz vor Kaup für den letzten Abschnitt noch glauben machen will. Vom Bahnhof gehen wir – wir, das sind mein Bruder und ich – nach links bis zur Einmündung der Forstbachstraße. Hier kurz nach links und schon sehen wir auf der rechten Straßenseite den Einstieg in den Rheinsteig, der als enge Gasse zwischen zwei Wohnhäusern über Treppen steil bergauf führt. Gleich zu Beginn ein langer Aufstieg Der Anstieg zieht sich, es geht in etlichen Windungen bergan. Immer wieder aber können wir an einem der Aussichtspunkte kurz verschnaufen, denn jedes Mal bietet sich ein wunderbarer Blick über St. Goarshausen, das gegenüberliegende St. Goar und Vater Rhein. In einer der Spitzkehren erwartet uns das Tor zur …

Wald, Weg, Wanderer auf dem Rheinburgenweg

Rheinburgen und mächtige Männer

Warum gerade diese Etappe des Rheinburgenwegs? Die einzelnen Etappen des Rheinburgenwegs haben sehr unterschiedlichen Charakter. Die Etappe 7 der Rheinburgenweges von Koblenz nach Rhens ist deshalb so reizvoll, weil man ab dem Moment, in dem man die Stadtgrenze Koblenz passiert, fast nur noch durch kühlen, schattigen Laubwald läuft. Außerdem verbindet Sie zwei historisch äußerst bedeutsame Punkte: den Rittersprung in Koblenz, wo seinerzeit wegweisende Entscheidungen für die Bundesrepublik Deutschland getroffen wurden, und den Königsstuhl in Rhens, wo sich während des Mittelalters die neugewählten deutschen Kaiser auf ihrem Weg zur Krönung in Aachen, ihren Untertanen zeigten und den Treueeid leisteten. Start am Koblenzer Hauptbahnhof Die hier vorliegende Beschreibung startet am Koblenzer Hauptbahnhoft. Aus dem Haupteingang des Bahnhofs heraustretend, gehen wir einfach geradeaus, bis zur nächsten große Querstraße, die Hohenzollernstraße. Dieser folgen wir nun nach rechts ein ganzes Stück stadtauswärts. Kurz vor dem Stadtrand mit seinen vielen Straßenüber- und -unterführungen biegen wir links in den kleinen Park ab, laufen dort geradeaus weiter. Hier stoßen wir dann auch auf das Wegezeichen für den Rheinburgenweg. Dass dieses hier noch orange …

Hunsrück Traumschleifen

Die große Traumschleifenflut

Brauchen wir im Hunsrück wirklich 120 Traumschleifen? Ich habe in den letzten Jahren immer wieder – auch in aller Öffentlichkeit – laut den Kopf darüber geschüttelt, wenn ich las, wie viele Traumschleifen es mittlerweile gibt. Traumschleifen sind Wanderwege, die in der Nähe des großen Bruders Saar-Hunsrück-Steig den Wanderer anlocken (sollen). Schon als die Zahl von 111 Traumschleifen erreicht war, hatte mein Kopfschütteln Ausmaße erreicht, die Umstehende um meine Gesundheit fürchten ließen. Nun war ich gerade im Rahmen einer Erkundungstour in meiner Heimat im Hunsrück. Als mein Gastgeber erfuhr, dass ich wandern wollte, erzählte er mir, dass es direkt unterhalb des Dorfes einen Einstieg in eine relativ neue Traumschleife gibt. Der Name der Traumschleife ist hier egal, da es mir um das Konzept geht. Nachdem ich mit meiner Frau tagsüber auf dem Nahesteig gewesen war, blieb mir am Abend noch ein wenig Zeit, um die neue Traumschleife zu erkunden. Zwei Stunden hatte ich mir selbst gegeben. Es war tatsächlich nur wenige Hundert Meter unterhalb des Dorfes, wo der Weg die Straße kreuzte. Ich folgte ihm nach …

Der AhrSteig blau bei Aremberg

AhrSteig blau in 2 Etappen: Tag 2

Mein zweiter Tag auf dem AhrSteig blau Ihr erinnert euch? Ich will versuchen, den kompletten AhrSteig blau in zwei Etappen zu bewältigen. Am ersten Tag wanderte ich von Blankenheim bis nach Eichenbach. Das war etwas mehr als die beiden offiziellen ersten Etappen. Heute steht der Rest der Tour an: Von Eichenbach bis Kreuzberg. Das ist noch einmal ein wenig mehr als am Vortag und da war ich abends schon ziemlich erschöpft. Was wird also der neue Tag bringen? Der Tag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück Gestern bin ich erschöpft und müde in Eichenbach ins Hotelbett gekrochen. Mein Schlaf war tief und fest. Am heutigen Morgen bin ich schon früh auf den Beinen. Frühstück gibt es morgens erst ab 9 Uhr, auf Wunsch aber auch früher. Der Frühstücksraum – es handelt sich um den kleineren der beiden Räume, in denen am Abend vorher gespeist wurde, ist fast leer. Außer mir sind nur zwei junge Männer beim Frühstücken. Wie ich später feststelle, sind es zwei Holländer, die sich an diesem Sonntag noch an den Berg- und Talfahrten …

Wiesensteig wandern

Drei Tage im Wanderparadies – Tag 1

Schwarzwälder Wandersinfonie – die Ouvertüre Gott erschuf die Erde in sechs Tagen. Am siebten Tag ruhte er von seiner Arbeit aus. So wird es uns in der Kirche gelehrt. Ich kenne aber noch eine andere Version dieser Geschichte: Gott war ein unruhiger und kreativer Geist. Als er sich am siebten Tag genug über das gefreut hatte, was er da erschaffen hatte, juckte es ihn gleich wieder in den Fingern. In seiner (Schöpfungs-)Werkstatt hatte er noch einen ganzen Haufen saftig grüner Wiesen, noch jede Menge tiefblauen Himmel und Berge voller dunkler Tannen übrig. Angesichts dessen bekam er gleich wieder Lust, noch ein ganz besonderes Fleckchen Erde zu gestalten. So schuf er mit viel Liebe und großer Hingabe einen verzauberten Landstrich und nannte ihn Paradies. Weil dieser Name aber durch bekannte Ereignisse in Verruf kam, tauften die Menschen das Tal dann um in Bad Peterstal-Griesbach. Er hatte so viel Spaß an diesem Stück Natur, dass er darüber fast Kaffee und Kuchen vergaß. Weil er jedoch mit diesem Landstrich so zufrieden war, erfand er auch gleich noch die passende …

Die Fahne auf dem Paradiesfelsen, im Hintergrund ein Schwarzwaldhaus vor der grünen Silhouette eines mit Wald bestandenen Hügels

Drei Tage im Wanderparadies – Tag 2

Tag 2 im Wanderparadies – auf dem Himmelssteig ins Paradies Wir erinnern uns: An Tag 1 im Wanderparadies haben wir etwas über den Schöpfungmythos von Bad Peterstal-Griesbach erfahren. Gewandert sind wir auch ein bisschen, gegessen haben wir reichlich in einem himmlischen Restaurant, wo der Abend für mich an der Theke endete. Geschlafen habe ich wenig, denn die Nacht war so ruhig, dass ich ganz unruhig wurde. Aber das lag vermutlich mehr am Vollmond als an der Stille dieses Ortes. Und auch die unruhigste Nacht ist mal vorbei. Der nächste Morgen (also der von Tag 2) sieht mich wohlgelaunt am Frühstückstisch. Heute geht es dem Himmel entgegen – auf dem Himmelssteig. Celine (zur Erinnerung: Wer durch den Hunsrück will, muss verteufelt gut fahren) holt mich pünktlich ab. Heute geht es erstmal zur Tourist Information von Bad Peterstal. Dort gibt es das Testcenter von Best of Wandern. Wer als Gast erst vor Ort die Lust aufs Wandern bekommt, kann sich hier probeweise für den ersten Wandertag Ausrüstung ausleihen. Das können Wanderstöcke sein, ein Rucksack oder vielleicht sogar …

Schwarzwaldsteig Wandern, alle Teilnehmer des Bloggerwanderns auf einem Foto

Drei Tage im Wanderparadies – Tag 3

Der Peterstaler Schwarzwaldsteig Ich bin eigentlich ein introvertierter Mensch. Will sagen, auch wenn ich unter Menschen bin, halte ich mich kommunikativ eher zurück, brauch meine Pausen, meine stillen Momente. Das ist bei einem Bloggerwochenende manchmal schwierig. Und nicht alle verstehen das. Man hält mich dann für einen Einzelgänger, für schlecht gelaunt oder schlimmstenfalls für überheblich. In Bad Peterstal-Griesbach habe ich zwei Tage lang ganz vorne mitgemischt, habe unsere Wanderführer ausgehorcht, habe Kontakte geschlossen, habe mitdiskutiert. Und es kam, wie es kommen musste. Am dritten Tag fordert die Introversion ihr Recht. Ich bin also am Morgen einsilbig, froh, dass ich erstmal alleine frühstücken kann und noch keiner mit mir reden will. Heute ist es nicht Celine, die mich abholt, sondern eine Kollegin von der Tourist-Information. Sie ist bemüht, mich schon auf der Fahrt zum Treffpunkt zu unterhalten. Auf dem Weg  ins Tal sieht sie an einer Scheune den »Herrgottschnitzer« des Ortes, der gerade mit seiner Motorsäge einen großen Vogel aus einem Holzstück herausschneidet. Sie will ihn mir vorstellen, er bekommt erst mal gar nicht mit, dass …

Sonne und Wolken – Wandern auf Rügen

Rügen – There is an
Island in the sun …

Wanderungen und Ausflüge auf der Sonneninsel Rügen »Mehr Sonne als auf Rügen gibt es nirgendwo in Deutschland. Das beweisen jedenfalls die Messungen der 217 Stationen des deutschen Wetterdienstes.« So berichtet die Ostseezeitung schon im Jahr 2013. Ich selbst bin vor genau 20 Jahren zum ersten  Mal auf Rügen gewesen. Und als wir – die Katze und ich – uns jetzt fragten, wo man Ende Oktober noch Urlaub machen kann, bekam ich spontan Lust, mich zusammen mit meiner Liebsten noch einmal auf der Sonneninsel umzusehen. 1999 waren noch überall die Nachwirkungen der Wendezeit zu spüren. Vieles war im Umbruch, an vielen Stellen wurde renoviert bzw. neu gebaut, aber die alte DDR-Zeit war noch allerorts vorhanden. Überall begegnete ich nicht erfüllten Träumen von Freiheit, die in Frustration geendet hatten. Damals hatte ich in Götemitz mein Domizil aufgeschlagen, das war das Ergebnis einer spontanen Entscheidung. So mitten auf der Insel schien mir damals passend. Diesmal aber haben wir uns für eine Unterkunft in der Nähe der bekanntesten Sehenswürdigkeiten entschieden, das war für uns an der Ostküste, weil wir …

Ahr, Ahrtal, Ahrtsteg-Etappe

In der Mitte entspringt ein Fluss

Mitten in Blankenheim, im Sockel eines alten Fachwerkhauses befindet sich die Quelle der Ahr. Hier beginnt zugleich die erste Ahrsteigetappe.

Husum, graue Stadt am Meer, der Hafen, blauer HImmel, weiße Wolken

Husum – Graue Stadt am Meer

Husum – ein etwas anderer Geburtstag Was wünscht man sich zum Geburtstag, wenn man in einem Alter ist, indem man schon erfahren hat, dass weltliche Dinge nicht unbedingt glücklich machen? Immer wieder habe ich mich in den letzten Jahren bei der Frage, was ich mir zum Geburtstag wünsche, in der Situation wiedergefunden, dass ich ratlos mit den Schultern zuckte. Mir fiel nichts ein. Spenden statt Geschenke? Eine sinnvolle Aktion, aber ich habe bei solchen Aktionen von Freunden erfahren müssen, dass das nur Erfolg verspricht, wenn man ein großes Fest macht und eine Spendenbox aufstellt. Das große Fest aber hat sich 14 Tage vor meinem Geburtstag in Luft aufgelöst. Zu viele Freunde haben abgesagt. Bücher? Bücher gehen immer, kommen in der Regel auch gut an. Ich bin ein großer Krimi-Fan. In diesem Fall aber hat ein Buch, das ich schon Wochen vor meinem Geburtstag von meiner Frau geschenkt bekam, die Schlüsselrolle gespielt. Es handelt sich um einen Regionalkrimi, der in Husum spielt. In diesem Krimi spielt Theodor Storm bzw. ein plötzlich aufgetauchtes Romanmanuskript, das dem alten …

Mann mit grauen Haaren unter grünen Bäumen auf einem Felsplateau

Mit Knut am Battertfelsen
klettern

Eine Einladung in die Battertfelsenregion Die Battertfelsenregion oberhalb von Baden Baden ist eine beliebte Kletterregion. Schon vor Jahren schlug Knut »Du weißt ja, ich geh gerne steil«, mit dem ich schon die eine oder andere Tour im Ahrtal gemacht habe, mir vor, dass ich ihn mal in Karlsruhe besuche und wir dann in seinem zweiten Wohnzimmer eine Tour machen sollten. Zu der Einladung schickte er mir Fotos von den Battertfelsen. Das hätte er besser nicht gemacht. Ich und klettern!  Ich kriegte Zustände, schon allein bei der Vorstellung, im Fels zu hängen und dann nicht mehr ein oder aus bzw. rauf oder runter zu wissen. Knut sichert mich ab. Und ich klettere!? Tolle Vorstellung. Aber soweit ab von der Realität. Und ich war selber dran schuld. Leider hatte ich die Vorstellung bei der Wahl unserer Touren im Ahrtal genährt, dass ich genauso gerne steil ging wie er. Vor drei Jahren hatte ich mit ihm und Freunden die anspruchsvollste Tour im Ahrtal überhaupt gemacht: Über alle sieben Gipfel rund um Altenahr und Mayschoß. Immer rauf auf die …

Eine Kirche am anderen Ufer

Wo ist denn nun der Nahesteig?

Auf der Suche nach dem Nahesteig Es fängt an, wie so oft. Ich steh am Startpunkt und hab keinen Plan. Das passiert mir regelmäßig, aber heute ist die Katze dabei. Da sollte mir das doch nicht passieren. Für sie bin ich doch der Wanderheld. Dass ich keinen Peil hab, das ist mir jetzt peinlich. Am Bahnhof von Neubrücke zeigt mir leider keine Markierung, wo der Nahesteig anfängt. Das Wetter ist hervorragend. Nachdem wir in der letzten Woche wieder kaum erträgliche schwül-heiße Tage hatten, ist es wesentlich kühler – trotz Sonnenschein. Wegen des Nahesteigs bin ich jetzt hier. Ich tue, was ich sonst auch immer tue, wenn ich erst einmal nicht weiß, wie und wo es weitergeht. Ich laufe zunächst geradeaus. Und tatsächlich finde ich nach ca, 300 Metern das erste Hinweisschild. Weil der Nahesteig nämlich nicht am Bahnhof in Neubrücke anfängt, sondern an einem Wanderparkplatz in der Nähe. Die Markierung schickt uns (die Katze und mich) nach rechts, an einem fast ausgetrockneten Bach entlang. Es sieht aus, als ginge es in einen kleinen Wald hinein, …