Alle Artikel in: Eifel

Ahrtal erleben, Blick auf Rech

Ahrtal erleben – Tag 3

Steinthalskopf, Katzlei und … dann doch der AhrSteig Den AhrSteig kenn’ ich wie meine Westentasche. In dieser Wanderwoche wollte ich das Ahrtal jenseits von AhrSteig und Rotweinwanderweg erkunden. Aber das gelingt nicht immer, denn egal, wie ich auch gehe, immer wieder kreuze ich einen der beiden Wege. Es ist der dritte Tag meiner Urlaubs, heute heißt es, das freundliche kleine Hotel Lindenmühle zu verlassen. Es ist auch der letzte Tag in Ahrweiler. Den Abend verbringe ich mit einem kleinen Abschiedsspaziergang durch die jetzt ruhiger gewordene Altstadt mit den verschiedenen Altstadttoren. Ahrtal erleben: der Plan Mein heutiger Plan sah vor, über den Steinthalskopf zur Katzlei zu laufen und dann von dort über den Ahrtalweg bis Rech. Nach dem Frühstück im Hotel Lindenmühle regele ich den Gepäcktransport, bedanke mich noch für die freundliche Bewirtung und dann gehe ich los. Über mir dehnt sich der blaue Himmel, die Sonne strahlt mal wieder, als hätte sie das alleinige Sorgerecht über uns Menschen. Draußen vor der Tür zögere ich noch ein wenig, weiß noch nicht so recht, wohin ich mich wenden soll. Ich will beim Kloster Calvarienberg vorbei …

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Nun stelle man sich vor, auch dieser Horizont sei mit Windrädern verstellt (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Mehr Fluch als Segen – Windenergieausbau im Hunsrück lässt jedes Augenmaß vermissen

Den nachfolgenden Artikel habe ich vor fast 20 Jahren geschrieben. Er bezieht sich auf Situation der Windenergie in der Eifel Ende der 1990er-Jahre. Mittlerweile hat man in der Eifel dazugelernt. Nun schickt sich der Hunsrück an, in Sachen Windenergie aufzuholen. Aber die Gier nach kurzfristigem Gewinn lässt dabei jedes Augenmaß fürs Sinnvolle und Machbare vermissen. Der strukturschwache Hunsrück versucht mit seiner wunderschönen Natur einen touristischen Aufschwung herbeizuführen. Gleichzeitig wird mit gigantischen Windparks genau diese Landschaft verschandelt. Quo vadis, Hunsrück? Windpark Eifel Wer bei einigermaßen klarem Wetter durch die Eifel wandert, kennt das Bild: Auf fast jeder Höhe drehen sich Windräder. Fast jede Horizontlinie wird durch eines oder mehrere Windräder durchbrochen. Als Industriedenkmäler der neuesten Generation dominieren sie mittlerweile das Blickfeld von fast jedem Aussichtspunkt der Eifel. Ein grünes Gewissen … Politisch korrekt, stehen sie landauf, landab auf den Höhen. Politisch gewollt und mit Steuermitteln gefördert, als Alternative zu Atomkraftwerken, von Rot-Grün und ökologisch orientierten Bewegungen hochgelobt, werden immer mehr von ihnen gebaut. Ganze Windparks – denn heute wird kein Investor mehr ein einzelnes Windrad aufstellen …

Blick über die weiten Wälder der Südeifel bis hinüber zu den weinbergen am Moselufer

Perle der Südeifel

Auf dem Römerpfad durch das Butzerbachtal Manchmal liegen die schönsten Perlen direkt vor Deinen Füßen und Du, immer den Blick auf der Suche nach neuen Abenteuern in die Ferne gerichtet, siehst sie nicht. So erging es mir auch dieser Tage, bzw. eigentlich müsste ich sagen: in den letzten Monaten. Da liegt eine wunderbare Wanderstrecke quasi direkt vor meiner Haustür und ich habe keine Ahnung davon. Schlimmer noch: Ich bin vor einem halben Jahr sogar schon einmal dort unterwegs gewesen, habe aber aus Zeitgründen jenes Wegstück ausgelassen, das sich bei meiner jetzigen Wanderung mit guten Freunden als wahre Schatztruhe entpuppt hat.

Bürgersteig, Autos, parken, Für Fußgänger ist kein Platz

Lebensgefährliche Eifel

Über die Kunst, in der Eifel als Fußgänger zu überleben. Fußgänger in der Eifel, gibt es die überhaupt? Gib mal bei Wikipedia ein: Fußgänger in der Eifel. Kennt Wikipedia nicht, garantiert. Also gibt es die auch nicht. Der Eifeler kennt keine Fußgänger Nun bin ich aber vor einiger Zeit hier in die Eifel gezogen. Und da ich kein Auto habe, bin ich viel zu Fuß unterwegs. Das ist nicht einfach. Weil der Eifeler keine Fußgänger kennt. Ja, es scheint sogar so, dass der hiesige Menschenschlag kurz nach der Pubertät eine kollekive Mutation erlebt. Kurz vor seinem achtzehnten Geburtstag wachsen im da, wo die Beine sind, plötzlich vier Räder. Ab diesem Zeitpunkt sieht man ihn also nur noch auf vier Rädern unterwegs. Zigaretten holen? Nur auf vier Rädern! Zum nächsten Briefkasten? Auf keinen Fall zu Fuß. Nun ist das mit den Rädern statt Beinen so ne Sache. Das muss ja auch erstmal geübt werden. Klappt halt nicht direkt. Vor allem nachts nicht. Deshalb findet sich so mancher Eifeler plötzlich im Straßengraben wieder. Passiert ständig. Vor ein …

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Unbarmherzig brennt die Sonne auf das karges Holzkreuz, das unseren dritten Gipfel markiert (Foto: Hans-Joachim Schneider)

The Seven Summits

Alle Achttausender rund um Altenahr an einem einzigen Tag Nicht  “4 Tage – 4 Gipfel” – nein, alle Gipfel rund um Altenahr an einem einzigen Tag – ohne Sauerstoff und Sherpas. Wir waren jung, wir waren ehrgeizig, wir waren verwegen. Das einzige, was wir mitbrachten, war ein klein wenig Erfahrung. Und wir waren gut – so gut, dass wir alle Seven Summits an einzigen Tag bezwangen. 70 Jahre alt wird er dieses Jahr – Reinhold Messner – unser großes Vorbild. Ihm zu Ehren wollten wir diese Strapazen in Kauf nehmen. Wir, das waren Knut – ein ehemaliger Klassenkamerad und Berggefährte – (Zitat: Du weißt, dass ich gerne senkrecht gehe.) und ich – einer der ersten, der sich vor Jahren in die bis dato noch unbekannte Wildnis des Ahrtals traute. Ja, früher hatten schon wagemutige Reisende über das wildromantische Ahrtal geschrieben. Aber Zweifel sind angebracht, ob sie jemals wirklich so tief dort eingedrungen waren, dass sie sich mit Fug und Recht als Entdecker bezeichnen dürfen. Erst vor wenigen Jahren gelang es mir auf einer Ein-Mann-Expedition soweit …

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Panoramen vom Steinerberg, eines faszinierender als das andere (Foto: Norbert Schneider)

Wandern im Ahrtal – aber richtig

Wandern im Ahrtal und im Ahrgebirge Das Ahrtal ist zu jeder Jahreszeit ein faszinierendes Wanderziel. Diese Vielfalt an wildromantischen Landschaftsformen aus schmalen Klippen, lichten Eichenwäldern, grünen Flussauen und steilen Weinbergslagen auf engstem Raum, das gibt es kein zweites Mal. Dazu dieser unvergleichliche Reichtum an sinnlichen Eindrücken, das findet sich so in keinem anderen deutschen Mittelgebirge. Besonders schön ist es im Frühjahr, wenn die Natur mit üppigem Grün nicht geizt. Ein ganz besonderes Wandererlebnis verspricht aber auch die Herbstmonate September und Oktober, wenn Wein- und Baumlaub sich färben und die Weinberge in feurigen Farben erstrahlen. Neben dem AhrSteig als Prädikatswanderweg und dem Rotweinwanderweg, der einer der ältesten und renommiertesten deutschen Themenwanderwege ist, hat das Ahrtal noch eine Vielzahl anderer Rund- und Streckentouren zu bieten. Am Ende dieses Artikels findest Du eine kleine Literaturübersicht mit den schönsten Wanderführern für das Ahrtal. Nach Regenfällen ist zumindest auf Teilen des AhrSteigs Vorsicht geboten. Dies gilt vor allem im Herbst, wenn das herabfallende Laub auf nassem Boden landet und auf den schmalen und steilen Bergpfaden Rutschgefahr heraufbeschwört. Das Ahrtal ist nicht nur …

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Das Rot des Klatschmohns bestimmt das Bild auf dem folgenden Wegstück (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Wandern auf dem Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig

Wandern auf dem Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig, das bedeutet: aus dem Brohltal durch die Wolfsschlucht hinaus auf die Höhen rund um Kell und dann wieder hinab in das üppige Grün der Täler und Wälder rund um Brohl Spuren einer Katastrophe Endlich mal wieder eine Tour mit Freunden. Wir treffen uns in Tönisstein an der Gaststätte Jägerheim, die leider ihren Betrieb eingestellt hat. Unmittelbar nach dem Start stehen wir schon in den Trasshöhlen. Es ist ein Blick in 11000 Jahre Erdgeschichte, geologisch eine relativ kurze Zeitspanne, die aber im Brohltal ganz entscheidende Spuren hinterlassen hat. Damals kam es zur letzten großen Vulkaneruption des Lacher See-Vulkans. Die seinerzeit in die Luft geblasene Eruptionswolke aus Wasser, Asche, wurde nicht hoch hinaus in die Luft geschleudert, sondern raste wie wie eine gigantische Flutwelle das Glees- und das Brohltal hinab. Sie erstickte alles Leben mit einer teilweise bis zu 60 Meter hohen Schicht. Das so entstandene weiche Gestein entdeckten schon die Römer als Baustoff, der aber auch noch bis ins 20. Jahrhundert abgebaut wurde. Die Trasshöhlen sind alleine schon einen Besuch …

Feurig buntes Weinlaub im Tal der Roten Traube

Mit einem WDR-Team wandern auf den Spuren von Engeln und Teufeln

Wandern gegen den Weihnachtsspeck. So oder so ähnlich heißt im Dezember 2013 der Titel eines WDR-Beitrages, der zwischen den Feiertagen in der WDR-Lokalzeit ausgestrahlt wurde. Ganz kurzfristig hat sich seinerzeit ein WDR-Redakteur bei mir gemeldet und mich gefragt, ob ich Lust hätte, in Begleitung eines WDR-Filmteams eine Wanderung im Ahrtal zu machen. Und ob ich Lust habe. Wann bekommt man schon mal eine solche Gelegenheit!? Schnell wurden noch ein paar erforderliche Genehmigungen eingeholt. Und ein paar Tage später ging es schon los, obwohl ich am Drehtag an einer beschissenen Grippe litt. Wir waren etwas mehr als einen halben Tag unterwegs. Der Filmbeitrag dauerte knapp drei Minuten, aber die Leute im Studio haben ganze Arbeit geleistet und den Film aufs Wesentliche reduziert. Nochmals danke an alle damals Beteiligten. Die große Enttäuschung Bei meinem jüngsten Versuch, mir diesen schönen Film noch einmal anzusehen, musste ich feststellen, dass er mittlerweile in der Mediathek des WDR nicht mehr existiert. Update: Alles wird (wieder) gut. Ein sehr umtriebiger Freund hat mich heute darüber informiert, dass es doch noch einen Link zu diesem Film gibt. Zwar …

Wandern am Steinerberg, Wanderer, Biergarten, Steinerberghaus, (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Wie ich ohne Frau E. aufs Steinerbergplateau stieg

Wandern auf den Steinerberg Herr, gib mir Geduld, aber zackig Also, Frau E. ist eine Nachbarin. Schon seit über 20 Jahren. Das wusste sie aber bisher noch nicht. Seit Kurzem wandert sie auch. Frau E. ist fast so alt wie ich, aber nur fast, aber auch nicht mehr ganz jung. Und weil sie nicht mehr ganz jung ist, hat sie’s mit den Füßen. Zurzeit besonders mit dem einen.