22 Aug. Abenteuer Steinerberg
Abschied vom Ahrtal
Das Abenteuer Steinerberg beschließt für dieses Jahr meine Wanderungen im Ahrtal. Steinberg und Steinerberghaus gehören zu meinen Topfavoriten im Ahrtal, deshalb führt uns unsere letzte Tour noch einmal an diesen wunderbaren Platz.
Die Fotos sind nicht alle bei dieser Tour entstanden, sie stammen aus mehreren Jahren. Abenteuer Steinerberg heißt bei mir: Jedes Jahr mehrmals an diesen Platz, denn zu jeder Jahreszeit sieht das Panorama von hier oben auf je eigene Art immer wieder anders aus.

Tourstart in Mayschoß
Diese Tour startet in Mayschoß am Bahnhof. Am Ende des Parkplatzes rechter Hand geht es rechts auf einen Asphaltweg, der hier ein Stück dem Ahrtalweg folgt. Zunächst einmal geht es auf diesem nach links. Schnell ist in einem Bogen die Brücke über die Bahngleise erreicht und überschritten.

Dahinter stehen wir an einer Weggabelung. Rechts führt der Ahrtalweg Richtung Altenahr. Aber da wir auf den Steinerberg wollen, heißt es für uns, links hinauf. Hier ist unter anderem die Ruine der Saffenburg ausgeschildert.

Abstecher zur Saffenburg – ja oder nein
Erst einmal geht es nun stetig bergauf. Wer nicht ganz so fit ist, muss hier schon das erste Mal Luft schnappen. Nach kurzer Zeit stehe wir am Abzweig zur Saffenburg. Ein Abstecher lohnt sich, aber heute entscheiden wir uns dagegen. Es geht erst einmal weiter bergauf. Direkt nach dem Abzweig zur Saffenburg-Ruine biegt links ein weiterer Weg ab, der Richtung Rech führt.
Wir bleiben aber auf dem bergauf führenden Weg, nehmen gleich eine Rechtskurve und habe erneut eine Weggabelung vor uns. Der linke, flachere Weg führt mit nur leichtem Anstieg in ein Seitental. Ich schlage stattdessen den rechten Weg vor, der von Bäumen überschattet ist, was vor allem an heißen Sommertagen Kühlung verspricht.
Steter Anstieg bringt das Blut in Wallung
Dieser Weg zieht sich – mal etwas steiler, dann wieder mit moderater Steigung. Aber allmählich finden wir unseren Rhythmus. In einer weiten Rechtskurve (nach etwas mehr als 30 Minuten reiner Gehzeit) stehen wir an einer Wegkreuzung. Hier weist eine Wegmarkierung nach links zum Steinerberg. Aber wir wollen noch eine größere Schleife gehen und halten uns rechts auf den Weg, der Richtung Schrock ausgezeichnet ist.


Was mich unterwegs immer wieder fasziniert und wo ich auch immer hängenbleibe, das sind die Gesteinsaufschlüsse am Wegesrand. Gesteinsaufschluss bedeutet hier oben freiliegendes Schiefergestein.

Weiter geht es durch den Wald. Hier oben stoßen wir jetzt immer häufiger die auf den Kuppen so verbreiteten niedrigen, lichten Eichenwälder, die für mich einen Teil der Faszination des Ahrgebirges ausmachen.
Faszinierender Blick hinunter auf Mayschoß
Nach weiteren 10 Minuten erreichen wir erneut eine Abzweigung, linker Hand steht eine alte Bank. Hier biegen wir nun links ab. Immer noch im Wald geht es weiter bergauf, bis wir an einer Wegkreuzung für einen Moment ins Freie treten. Hier steht rechter Hand eine weitere Bank.
Und hier erwartet uns das erste große Highlight dieser Tour: Von diesem freien Platz haben wir einen wunderschönen Blick über Mayschoß, das unten im Tal liegt wie ein Kleinod vor dem Hintergrund der Weinberge. Darüber zeichnet sich weich am Horizont die sanfte Hügelkette des Siebengebirges ab.

Von Weitem grüßt das Siebengebirge
Ein weiteres Mal wende wir uns nach links, es geht weiter bergauf, jetzt aber mit weniger Steigung.

Bei Abzweigungen im Wald bleiben wir stets auf dem deutlicher gespurten Weg geradeaus, bis wir auf einer kleinen Lichtung vor einer hohen einzelnen Eiche stehen. Hier biegen wir rechts ab. Fast geradlinig geht es nun ohne große Höhenunterschiede durch den Wald.

Aber schon nach wenigen Minuten lichtet sich dieser wieder. Wir stoßen am Waldrand auf einen hell gekiesten Weg, der an dieser Stelle eine Rechtskurve macht. Hier biegen wir links ab und wieder geht es in den Wald hinein. Diesmal herrscht allerdings Nadelwald vor, was ich auch mit geschlossenen Augen wahrnehmen kann: Wenn der Wind durch die Baumwipfel streicht, fehlt das Rascheln der Blätter; dafür höre ich eher ein sanftes, aber stetes Rauschen.
Abenteuer Steinerberg: Kurz vor dem (Etappen-)Ziel
Schließlich erreichen wir die nächste Wegkreuzung. Von links kommt im spitzen Winkel ein Querweg und kreuzt unseren vertrauten Waldweg, auf dem wir uns schon fast heimisch fühlen. Hier biegen wir nun nach rechts ab, müssen aber aufpassen, um den nach nur wenigen Metern links abzweigenden Pfad nicht zu übersehen. Auf diesem geht es jetzt wieder für ein kurzes Stück steil bergauf. Ein kleiner Trost: Wir sind kurz vor dem ersten Etappenziel.

Hier herrschen wieder alte mächtige Buchen vor. Nach etwa 5 Minuten Anstieg kreuzen wir noch im Wald ein Asphaltsträßchen. Noch einmal geht es unter ein paar Bäumen auf einem mit Wurzeln durchsetztem Pfad ein kurzes Stück bergauf.

Dann sind wir endlich auf dem Steinerberg (nach etwa anderthalb Stunden Gehzeit). Die unvermeidlichen Richtfunkantennen sowie trigonometrische Messpunkte markieren hier den höchsten Punkt. Das »Steinerberghaus« bietet einen willkommene Möglichkeit zur Einkehr.





Panorama vom Steinerberg, Variation (Foto: Norbert Schneider)

Verdiente Rast am Steinerberg
Nach der verdienten Rast setzen wir unseren Weg unterhalb des Gasthauses fort. Wir wenden uns hier nach links, wo am Ende des Grundstücks ein schmaler Pfad in den Wald hineinführt. Dieser Pfad führt innerhalb weniger Minuten zu einem Asphaltsträßchen, auf das wir nach rechts einschwenken. Richtig vermutet: Es ist dasselbe Asphaltsträßchen, das wir vor einiger Zeit überschritten habe. Es wird uns jetzt für eine ganze Weile hier oben über die Höhen führen.

Nach all den grauen Winterbildern: es gibt auch Sommer am Steinerberg (Foto Hans-Joachim Schneider)
An der ersten der namenlosen Kuppen, die jetzt noch kommen, endet der Asphalt. Der Weg führt als normaler Forstwirtschaftsweg weiter. (Wer sich den Blick hinunter ins Ahrtal gönnen möchte, kann das tun, indem er einen der nach links führenden Wege benutzt.) Nollsnück heißt die Gemarkung hier oben, durch die wir uns fast schnurgerade Richtung Osten bewegen.

Jette beim »Zeitungslesen« (Foto: Hans-Joachim Schneider)
Wegefünfstern am Hasenkreuz
Nach einigem Auf und Ab geht es schließlich ein ganzes Stück deutlich bergab. Am Ende des Abstiegs stoßen wir auf den Wegefünfstern am Hasenkreuz. Der Wald lichtet sich ein wenig. Wir laufen geradeaus über die Kreuzung hinüber, es geht wieder leicht bergan. Ganz allmählich schwenkt die Route nun in nördliche Richtung.

Hasenkreuz, woher kommt wohl der Name? (Foto: Hans-Joachim Schneider)
Die Wegabzweigung, die etwa hundert Meter nach der Kreuzung links in den Wald führt, ignorieren wir. An der nächsten Weggabelung halten wir uns links, treten gleich darauf aus dem Wald heraus. Rechter Hand breitet sich Wiesenland aus. Gleich darauf gabelt sich der Weg erneut. Auch wenn wir jetzt vielleicht lieber den Wiesenweg wählen würden, bleiben wir doch auf dem Hauptweg links, der ein kurzes Stück am Rand der Wiese bleibt. Dann aber führt er allmählich wieder in den Wald hinein.

Zauberhafter Herbst am Wegrand (Foto: Hans-Joachim Schneider)
Achtung aufpassen und die Wegabzweigung nicht verpassen
Sobald sich rechter Hand ein höherer lichter Nadelwald ausbreitet, heißt es aufpassen. Die Steigung hat fast unmerklich nachgelassen. In einer Rechtskurve des Weges (8) zweigt links ein Weg ab, der gut sichtbar nur 50 Meter weiter wieder an einem Querweg endet.

Wegmarkierung am erwähnten Abzweig, nur die Richtung Walporzheim fehlt (Foto: Hans-Joachim Schneider)
Hier biegen wir nach links, verlassen nun auch das Wegzeichen >, dem wir doch eine ganze Zeit treu gefolgt bin. Gleich darauf erreichen wir den Querweg, wiederum gehen wir nach links. Ab dieser Abzweigung geht es nun mehr oder weniger fast nur noch abwärts.
Ab jetzt: Rollenlassen
Nach knapp zehn Minuten (Wegmarkierung ab hier Rundgang 18) auf diesem Weg passieren wir ein altes Steinkreuz, das sogenannte Wandererkreuz (»Wanderer, gedenke mein«).
Nur wenige Meter weiter stehen wir an einem Wegefünfstern. An diesem biegen wir fast im rechten Winkel nach rechts ab. Sanft, fast unmerklich geht es im Wald weiter bergab.

Auf breitem, gut befestigten Weg geht es kilometerweit bergab (Foto: Hans-Joachim Schneider)
Diesen gut befestigten Weg haben wir nun eine ganze Zeit unter den Füßen. Schließlich erreichen wir die Abzweigung des Wanderweges A9 nach rechts. Links von uns befindet sich der sogenannte Dernauer Platz, eher ein unscheinbares Plätzchen an der Wegkreuzung mitten im Wald. Dieser Platz geht im dunklen Forst fast unter. Wir folgen hier dem Weg rechts weiter.

»Altmodischer« Wegweiser am Dernauer Platz (Foto: Hans-Joachim Schneider)
Achtung! Abenteuer Steinerberg heißt auch: unübersichtliche Wegführung
Gleich darauf halten wir uns an einer weiteren Weggabelung rechts, wenige Schritte später folgt eine weitere Wegkreuzung. Wieder halten wir uns rechts. Es folgt kurz darauf eine weitere Weggabelung. Hier heißt es nun eine Entscheidung zu treffen. Der ehemalige AhrSteig-Verbindungsweg läuft geradeaus weiter. Wer aber links abbiegt, wird nach kurzem Aufstieg insofern belohnt, als dass er die Alfred-Dahm-Hütte und den gleichnamigen Turm mit lohnenswerter Aussicht erreicht.
Highlight Kreisstadtblick
Geradeaus weiter laufend, passieren wir bald den Kreisstadtblick. Dafür verlassen wir kurz den Pfad, der mittlerweile durch ein reines Eichenwäldchen verläuft, für ein paar Schritte nach rechts. Dort warten eine Bank und ein herrlicher Blick über die Doppelstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Die Kreisstadt liegt Dir zu Füßen (Foto: Hans-Joachim Schneider)
Wo verstecken sich die Druiden?
Wir setzen unseren Weg durch den niedrigen lichten Eichenwald fort. An diesem hätten die alten keltischen Druiden ihre große Freude.

Sommerblüte im Druidenwald (Foto: Hans-Joachim Schneider)
Wir passieren eine unscheinbare Wegabzweigung (9) (linker Hand) zum Krausberg mit dem Krausbergturm. Nur wenige Meter weiter gabelt sich der Weg. An einer etwas höheren Eiche unmittelbar vor uns weist ein Hinweisschild nach Walporzheim nach rechts auf den schmalen Pfad, der unmittelbar vor der Eiche abbiegt.
Vorsicht, bissige Wegstrecke
Der schmale Pfad führt anfangs relativ gradlinig durch den Wald, dabei jetzt schon mit merklichem Gefälle. Rechts wird immer wieder einmal der Blick frei in ein Seitental der Ahr. Der Pfad wird immer undeutlicher, sodass man schon meint, den Weg verloren zu haben. Dann erreichen wir ein Hinweisschild »Schlechte Wegstrecke«.

Vorsicht, bissiger Wanderweg (Foto: Hans-Joachim Schneider)
Wenig später beginnt dann der serpentinenartige Abstieg hinunter ins Ahrtal. Der Pfad auf dem schieferhaltigen Boden ist vor allem in den Kurven etwas abschüssig, stellenweise wegen des lockeren Untergrundes rutschig. Wer nicht so gut auf den Beinen ist oder Probleme mit den Knien hat, sollte hier was aufpassen.
19 Serpentinen führen uns bergab
An ein, zwei Stellen führen Wegabzweigungen nach rechts zu Aussichtspunkten (z. B. Habichtsblick, aber das was hier zu sehen ist, haben wir oben vom Kreisstadtblick besser wahrnehmen können), Wir bleiben folglich auf dem Serpentinenpfad.
Es geht schnell bergab, trotzdem zieht sich der Weg. Immerhin überwinden wir hier auf kurzer Distanz fast 200 Höhenmeter. Dass wir uns allmählich dem Talboden nähern, kann ich vor allem den Verkehrsgeräuschen entnehmen, die jetzt immer deutlich zu uns heraufschallen. Noch einmal stoßen wir auf ein »Schlechte Wegstrecke«, es richtet sich an die, die hier aufsteigen. Gleich darauf endet der Pfad an einem Querpfad. Es zieht uns nach rechts.
Abenteuer Steinerberg heißt auch: Wir sind wieder unten
Schon bald kann ich links unter mir die Gleise der Ahrtalbahn und den daneben verlaufenden Fahrradweg sehen. Zügig erreichen wir dann das Ende des Weges an einem Wanderparkplatz. Wir gehen hier aber nicht nach links über die Brücke, sondern orientieren uns an der linken Seite des Parkplatzes. Hier finden wir am Ende einen Pfad, der über einige größer Schieferstufen hinunter zum Ahrufer führt.
Ein kühles Bad?
Das Wasser der Ahr verlockt mich dazu, meine Füße kurz abzukühlen. Das ewige Bergablaufen hat sie doch etwas erhitzt. Und auch Jette, die Dackeldame, erfreut sich an einem kleinen Bad.

An Ufer entlang geht es nun in noch einmal ca. 20 Minuten durch die Ahrauen, bis der Wanderparkplatz am Ortsrand von Walporzheim auftaucht. Hier nun noch nach links über die Brücke, dann weiter geradeaus in den Ort hinein bis zur Durchgangsstraße. Auf dieser nach rechts, bis wir am Frauenfitnesscenter vorbei sind. Hier biegen wir nun noch links ab, hinter dem Fitnesscenter wieder links. Und schon haben wir den Bahnhof von Walporzheim erreicht.
Hast Du nun selbst Lust bekommen, in dieser wildromantischen Landschaft zu wandern: Ein paar wichtige Tipps habe ich in folgendem Beitrag zusammengestellt:
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