Eine Abendwanderung durch das Himmelmoor bei Quickborn
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Wanderung im Himmelmoor

Lust auf eine kleine Abendwanderung durchs Himmelmoor bei Quickborn

Es ist einer dieser gerade vergangenen warmen Apriltage, die bei den Meteorologen der Öffentlich-Rechtlichen und in ihrem Gefolge auch bei denen der Tageszeitungen düstere Ahnungen von einem neuen Dürresommer aufkeimen lassen. Ein wenig kühler ist es schon geworden. Das merke ich, als ich vor die Tür trete. Ganz spontan kommt mir die Idee, noch einmal ins Himmelmoor bei Quickborn zu fahren.

Mein zweiter Besuch im Himmelmoor

Vor ein paar Tagen erst war ich zum ersten Mal da. Allerdings mit zwei Begleiterinnen und mit einer ganz bestimmten Mission. Über diese will ich aber lieber schweigen. Das war am vorherigen Sonntag, bei allerschönstem Wetter. Daher war auf dem kleinen Besucherparkplatz nur mit Glück eine Lücke zu finden, wo sich Berbel, unser kleiner Smart, ausruhen konnte. Entsprechend viel los war unterwegs auf den Torfwegen.

Die Bäume im jungen frischen Grün zieren den Weg ins Herz des Himmelmoores

Die Wege im Himmelmoor sind heute menschenleer: wie schön! (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Solchem Massenansturm will ich diesmal entgehen. An einem Wochentag sollte nicht so viel los sein und jetzt am frühen Abend sitzen die meisten wohl lieber nach getaner Arbeit zu Hause am Abendbrottisch oder vor dem Fernseher.

Waldboden mit braunen Gräsern, viele kleine Hügel, so sieht der Boden rechts und links des Weges bei meiner Wanderung im HImmelmoor aus

Die Waldboden links und rechts des Weges sieht im Himmelmoor anders aus als in normalen Wäldern – hier wurde früher Torf abgebaut (Foto: Hans-Joachim Schneider).

Ein ruhiger See, abgestorbene Stämme ragen aus dem Wasser, solche Bilder begleiten meine Wanderung im Himmelmoor

Die abgestorbenen Halme, die aus dem Wasser ragen, verraten uns etwas über dessen PH-Wert, hier gedeihen nur angepasste Geschöpfe (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Ruhe im Moor

Auf dem Parkplatz am Moor stehen diesmal tatsächlich nur drei Autos. Ich packe meine Kamera aus und ziehe los. Zunächst noch auf bekanntem Weg (immer dem Frosch folgend) und natürlich allein. Beim Fotografieren lenken mich Mitwanderer oft zu sehr ab. Dann gehe ich an den lohnendsten Motiven vorbei, sie fallen mir gar nicht auf. Wenn ich aber ohne Begleitung unterwegs bin, lasse ich mich leichter von den Motiven finden.

Spiegelndes Wasser, darüber blauer Himmel, braune Grasinseln wirken wie behaarte Seeschlangen

Wie lange haarige Ungeheuer sehen die Grasbulten im Moorwasser aus (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Schmale Schienen führen durch eine grüne Allee.

Die Gleise der alten Torfbahn wirken zart und zerbrechlich, kaum glaubt man, dass hier noch eine Bahn durchs Himmelmoor fahren kann (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Wasser, Wolken, blauer HImmer, im Vordergrund fängt ein Büschel Wollgras an zu bliühen

Wie von selbst finden sich die schönsten Motive bei meiner Wanderung durch das Moor (Foto: Hans-Joachim Schneider)

So auch jetzt: Ein Motiv reiht sich ans andere. Ich bleibe immer wieder stehen, vergesse die Zeit. Dann wieder folge ich den fast unscheinbaren Gleisen der Moorbahn, die früher den Torf aus dem Moor transportierte. Heute dagegen schaukelt sie eher Besucher durch das Gelände. Wer gegen eine geringe Gebühr die Fahrt bucht, bekommt dafür aber auch eine profunde Einführung in die Geschichte der Torfgewinnung im Himmelmoor.

Eine Schmalspurbahn, links und rechts die dunkelbraune Torferde

Hier etwas deutlicher zu sehen: die schmale Spur der Torfbahn, mit der heute Besucher durch das Himmelmoor gefahren werden.

Ein Panoramarahmen, beim Blick hindurch erkennt man die einzelnen Felder, in denen eines der Torf abgebaut wurde.

Blickfang auch im Himmelmoor: Hier kann man noch die einzelnen Abbaufelder des Torfs erkennen (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Eine Gruppe Birken am Rand des Moores

Meine Lieblingsbäume, die Birken, sind typische Bäume von sauren Böden (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Ich würde gerne das Moor einmal komplett umrunden, stelle jedoch an einer Infotafel fest, dass ich dafür noch ungefähr 10 km laufen müsste. Dabei habe ich doch meiner Katze versprochen, um 8 Uhr zum Abendessen zu Hause zu sein!

Und 10 km in einer Stunde, das ist kein Spaziergang mehr. Da müsste ich glatt rennen. Ich suche mir also eine kürzere Strecke, die mich innerhalb einer halben Stunde zurück zum Auto bringen soll.

Junge Bäume, in geraden Reihen gepflanzt, Hinweise auf Renaturierung im Himmelmoor

Diese sehr ordentliche Neuanpflanzung am Rande des Himmelmoores deutet auf Renaturierung hin (Foto: Hans-Joachim Schneide)

Braune Erde, grüne Bäume, junge Blätter

Und schon wieder eine dieser schnurgeraden grünen Alleen (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Eine Weide, weißbraune Rinder im Abendlicht.

Wo früher Torf abgebaut wurde, weiden jetzt die Rinder (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Ein Rohr – fast wie ein Schalltrichter, der Blick fällt auf die Weiden im Himmelmoor

Ich sehe was, was Du nicht siehst: Durch dieses Rohr erkennt der Wanderer einen Stab in der Weide, der die Höhe des Moores vor dem Abbau markiert (Foto: Hans-Joachim Schneide)

Landwirtschaftliche Nutzung der ehemaligen Moorflächen

Ob die weniger attraktiv ist als der große Rundweg? Ich weiß es nicht. Aber den werde ich demnächst bestimmt auch einmal gehen. Ich berichte dann wieder. Durchaus fotogen war übrigens auch die gewählte Abkürzung. Aber das könnt ihr ja selbst auf den Fotos sehen.

Wieder ein Weg, eine schnurgerade Allee, junges Grün linnks und rechts

Blick zurück im Himmelmoor: Am Schluss der Runde blickt man noch einmal auf die Allee mit den Gleisen der Torfbahn (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Im Vordergrund dunkelbraune Loren der alten Torfbahn ruhen am Rande des Himmelmoores in der Abendsonne

Die Loren der alten Torfbahn ruhen im Abendlicht (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Sie führt rechts herum durch den landwirtschaftlich genutzten Teil des ehemaligen Moores. Vorbei an Ackerflächen, großen Weideflächen, auf denen rotbunte Rindviecher weiden. (Man sagte mir, das traditionelle Holstein-Rind sei schwarz-weiß gewesen). Auch auf diesem Wegstück hat der Förderverein immer wieder Hinweisschilder aufgestellt, die Geschichten erzählen über die Nutzung des Moores, den Abbau der Torfflächen und die Renaturierung dieser besonders reizvollen Landschaft.

Wer Näheres über die Besonderheiten des Himmelmoores, über den Torfabbau und die Besucherfahrten mit der alten Torfbahn erfahren will, klickt einfach hier:

www.foerderverein-himmelmoor.de

Ein ganz anderes Hochmoor, das ich bei meinen Wanderungen immer wieder mal besucht habe, ist das Hohe Venn, das im belgischen Teil der Eifel liegt. Hier ein Link zur Winterwanderung im Hohen Venn.

 

1 Comment
  • Benedict A.
    Posted at 22:42h, 27 Oktober Antworten

    Wunderschön in Szene gesetzt. Bei dem Bild zum Blickfang handelt es sich jedoch nicht um einzelne Abbaufelder, sondern um nachträglich aufgeschüttete Hügel, um die einzelnen Wasserflächen zu verkleinern und die Ansiedlung von Pflanzen zu erleichtern.

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