
04 Mai Wanderung im Himmelmoor
Lust auf eine kleine Abendwanderung durchs Himmelmoor bei Quickborn
Es ist einer dieser gerade vergangenen warmen Apriltage, die bei den Meteorologen der Öffentlich-Rechtlichen und in ihrem Gefolge auch bei denen der Tageszeitungen düstere Ahnungen von einem neuen Dürresommer aufkeimen lassen. Ein wenig kühler ist es schon geworden. Das merke ich, als ich vor die Tür trete. Ganz spontan kommt mir die Idee, noch einmal ins Himmelmoor bei Quickborn zu fahren.
Mein zweiter Besuch im Himmelmoor
Vor ein paar Tagen erst war ich zum ersten Mal da. Allerdings mit zwei Begleiterinnen und mit einer ganz bestimmten Mission. Über diese will ich aber lieber schweigen. Das war am vorherigen Sonntag, bei allerschönstem Wetter. Daher war auf dem kleinen Besucherparkplatz nur mit Glück eine Lücke zu finden, wo sich Berbel, unser kleiner Smart, ausruhen konnte. Entsprechend viel los war unterwegs auf den Torfwegen.
Solchem Massenansturm will ich diesmal entgehen. An einem Wochentag sollte nicht so viel los sein und jetzt am frühen Abend sitzen die meisten wohl lieber nach getaner Arbeit zu Hause am Abendbrottisch oder vor dem Fernseher.

Die Waldboden links und rechts des Weges sieht im Himmelmoor anders aus als in normalen Wäldern – hier wurde früher Torf abgebaut (Foto: Hans-Joachim Schneider).

Die abgestorbenen Halme, die aus dem Wasser ragen, verraten uns etwas über dessen PH-Wert, hier gedeihen nur angepasste Geschöpfe (Foto: Hans-Joachim Schneider)
Ruhe im Moor
Auf dem Parkplatz am Moor stehen diesmal tatsächlich nur drei Autos. Ich packe meine Kamera aus und ziehe los. Zunächst noch auf bekanntem Weg (immer dem Frosch folgend) und natürlich allein. Beim Fotografieren lenken mich Mitwanderer oft zu sehr ab. Dann gehe ich an den lohnendsten Motiven vorbei, sie fallen mir gar nicht auf. Wenn ich aber ohne Begleitung unterwegs bin, lasse ich mich leichter von den Motiven finden.

Die Gleise der alten Torfbahn wirken zart und zerbrechlich, kaum glaubt man, dass hier noch eine Bahn durchs Himmelmoor fahren kann (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Wie von selbst finden sich die schönsten Motive bei meiner Wanderung durch das Moor (Foto: Hans-Joachim Schneider)
So auch jetzt: Ein Motiv reiht sich ans andere. Ich bleibe immer wieder stehen, vergesse die Zeit. Dann wieder folge ich den fast unscheinbaren Gleisen der Moorbahn, die früher den Torf aus dem Moor transportierte. Heute dagegen schaukelt sie eher Besucher durch das Gelände. Wer gegen eine geringe Gebühr die Fahrt bucht, bekommt dafür aber auch eine profunde Einführung in die Geschichte der Torfgewinnung im Himmelmoor.

Hier etwas deutlicher zu sehen: die schmale Spur der Torfbahn, mit der heute Besucher durch das Himmelmoor gefahren werden.

Blickfang auch im Himmelmoor: Hier kann man noch die einzelnen Abbaufelder des Torfs erkennen (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Meine Lieblingsbäume, die Birken, sind typische Bäume von sauren Böden (Foto: Hans-Joachim Schneider)
Ich würde gerne das Moor einmal komplett umrunden, stelle jedoch an einer Infotafel fest, dass ich dafür noch ungefähr 10 km laufen müsste. Dabei habe ich doch meiner Katze versprochen, um 8 Uhr zum Abendessen zu Hause zu sein!
Und 10 km in einer Stunde, das ist kein Spaziergang mehr. Da müsste ich glatt rennen. Ich suche mir also eine kürzere Strecke, die mich innerhalb einer halben Stunde zurück zum Auto bringen soll.

Diese sehr ordentliche Neuanpflanzung am Rande des Himmelmoores deutet auf Renaturierung hin (Foto: Hans-Joachim Schneide)

Ich sehe was, was Du nicht siehst: Durch dieses Rohr erkennt der Wanderer einen Stab in der Weide, der die Höhe des Moores vor dem Abbau markiert (Foto: Hans-Joachim Schneide)
Landwirtschaftliche Nutzung der ehemaligen Moorflächen
Ob die weniger attraktiv ist als der große Rundweg? Ich weiß es nicht. Aber den werde ich demnächst bestimmt auch einmal gehen. Ich berichte dann wieder. Durchaus fotogen war übrigens auch die gewählte Abkürzung. Aber das könnt ihr ja selbst auf den Fotos sehen.

Blick zurück im Himmelmoor: Am Schluss der Runde blickt man noch einmal auf die Allee mit den Gleisen der Torfbahn (Foto: Hans-Joachim Schneider)
Sie führt rechts herum durch den landwirtschaftlich genutzten Teil des ehemaligen Moores. Vorbei an Ackerflächen, großen Weideflächen, auf denen rotbunte Rindviecher weiden. (Man sagte mir, das traditionelle Holstein-Rind sei schwarz-weiß gewesen). Auch auf diesem Wegstück hat der Förderverein immer wieder Hinweisschilder aufgestellt, die Geschichten erzählen über die Nutzung des Moores, den Abbau der Torfflächen und die Renaturierung dieser besonders reizvollen Landschaft.
Wer Näheres über die Besonderheiten des Himmelmoores, über den Torfabbau und die Besucherfahrten mit der alten Torfbahn erfahren will, klickt einfach hier:
www.foerderverein-himmelmoor.de
Ein ganz anderes Hochmoor, das ich bei meinen Wanderungen immer wieder mal besucht habe, ist das Hohe Venn, das im belgischen Teil der Eifel liegt. Hier ein Link zur Winterwanderung im Hohen Venn.
Benedict A.
Posted at 22:42h, 27 OktoberWunderschön in Szene gesetzt. Bei dem Bild zum Blickfang handelt es sich jedoch nicht um einzelne Abbaufelder, sondern um nachträglich aufgeschüttete Hügel, um die einzelnen Wasserflächen zu verkleinern und die Ansiedlung von Pflanzen zu erleichtern.