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Barfuß wandern nach Bremen – Drei-Bäche-Tour im Bergischen Land

Barfuß wandern nach Bremen und das bei Sonnenschein und blauem Himmel

Barfuß wandern nach Bremen! In drei Worten gleich zwei Lügen. Erst einmal sind wir nicht nach Bremen gewandert, sondern an Bremen vorbei. Und zweitens sind wir nicht barfuß dorthin, sondern ich bin erst ab Bremen barfuß bis zurück zum Wanderparkplatz Schöllerhof bei Altenberg gelaufen. Aber “Barfuß nach Bremen” hört sich nun mal besser an als “Von der Wiese bei Bremen barfuß zurück zum Wanderparkplatz Schöllerhof bei Altenberg”.

Wir, das ist eine spontan zusammengewürfelte Wandergruppe aus einer Kölner Tai-Chi- und Yoga-Schule, die sich auf Vorschlag von Gudrun zusammen gefunden hat, die auch die Wandertour vorgeschlagen hat. Nun, das Bergische Land ist nicht unbedingt mein Favorit, wenn es ums Wandern geht, dort herrscht mir zuviel Klein-Klein, ständig eine Siedlung, ständig Weidezäune, kaum mal ein richtig ausgedehnter Wald und vor allem: Am Wochenende wimmelt es hier von Kölnern, denen es in die Eifel oder ins Ahrtal zu weit ist. Aber, um das schon einmal vorweg zu nehmen: Es war eine unheimlich schöne Tour, kaum eine Siedlung unterwegs und fast nur Wald; auf dem letzten Stück dann doch jede Menge Spaziergänger aus der Domstadt.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Den Füßen tut’s gut – kleine Erfrischung im kühlen Bach

Den Füßen tut’s gut – kleine Erfrischung im kühlen Bach

Gudrun hat es ausgeheckt

Vom Wanderparkplatz aus geht es zunächst mal über die Landstraße (L101) hinüber ins Tal des Eifgenbaches. Wir haben herrlichstes Wetter, eine Menge Leute sind unterwegs. Aber je tiefer wir ins Tal eindringen, um so mehr verteilen sich diese, zumal es rund um Altenberg auch eine Menge anderer lohnenswerter Wanderstrecken gibt. Im schattigen Buchenwald geht es in leichtem Auf und Ab mal über den Bach, dann neben dem Bach her, dann über eine schmale Brücke wieder hinüber. Der Weg ist mal schmal wie ein Steig, dann wieder breit wie ein Waldwirtschaftsweg. Ein wenig weiter östlich verläuft parallel dazu ein Stück des Jakobsweges.

An diesem Wochenende sind auch viele Mountainbiker auf unserer Strecke, aber: Sie sind alle sehr zivilisiert, warnen freundlich, warten an Engstellen auch mal ab, bis wir diese passiert haben. Ein einziger Rambo ist unterwegs, vermutlich ein frustrierter Kölner, der versucht, seinem Burn-out davonzufahren.

Unbekanntes kleines Bremen

Nach etwa einer Stunde wechselt die Strecke langsam die Himmelsrichtung. Sind wir bis jetzt die ganze Zeit in nordöstlicher Richtung gelaufen, geht es nun deutlich in Richtung Osten. Wir erreichen Limmringhausen, aber wir überqueren hier noch nicht ein zweites Mal die L101, sondern tun das etwas später hinter dem Dörfchen Bremen. Durch die offene Flur geht es auf den Waldrand zu. Dort auf der Wiese legen wir ein halbstündige Rast ein.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Gutes Wetter – gute Laune. Im Hintergrund noch gerade zu sehen: Bremen

Gutes Wetter – gute Laune. Im Hintergrund noch gerade zu sehen: Bremen

Hier beschließe ich spontan, den Rest des Weges barfuß zu laufen. Teile des Ahrsteiges habe ich im letzten Jahr ebenfalls barfuß bewältigt, aber das waren nur kurze Stücke. Meine nächste Tour auf dem Ahrsteig will ich komplett barfuß gehen. Vom Rastplatz geht es ein kleines Stück bergab und wir befinden uns im Tal der Linnefe. Der Waldboden ist weich, an manchen Stellen noch durchnässt von den vergangenen Regenperioden. Die Mountainbiker haben die Wasserlöcher noch einmal ordentlich aufgewühlt, es macht richtig Spaß, durch die Matsche zu laufen. Genauso schön ist es aber auch, dann zur Abkühlung mit nackten Füßen in den kühlen Bach zu steigen. Einziger Nachteil des Barfußlaufens: Ich achte sehr auf den Untergrund, denn noch sind meine Fußsohlen sehr empfindlich, so dass ich nicht immer die Schönheit des Waldes in mir aufnehmen kann.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: In der Wiese liegen, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

In der Wiese liegen, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Jetzt wird es unangenehm

Unweit vom Tagungshotel Maria in der Aue mündet die Linnefe dann in die Dhünn. Der Weg wird bald breiter, ist fein geschottert, nicht ganz so angenehm für meine Fußsohle. Ab und zu sticht ein spitzer Stein in den Fuß, in meiner Phantasie sehe ich blutige Schrammen in meinen Fußballen, aber nichts davon entspricht der Realität.  Jetzt herrscht hier auch viel Wanderverkehr – ja, hier ist sogar mehr los, als im Herbst auf dem Rotweinwanderweg, und der gilt ja schon als die Schildergasse unter den Wanderrouten (Für Nicht-Rheinländer: die Schildergasse in Köln ist eine der am meisten frequentierten Fußgängerzonen Deutschlands).

Zügig geht es entlang der Dhünn zurück zum Wanderparkplatz, dort laden wir die Rucksäcke in die Autos und dann geht es noch zum Altenberger Dom (wegen eines Orgelkonzertes erst einmal kein Zutritt), aber das Café im Küchenhof wartet doch schon mit Kaffee und Kuchen auf uns. Glücklich und zufrieden geht es dann am späten Nachmittag zurück nach Köln. Noch einmal Danke an Gudrun für die Auswahl dieser wirklich schönen Strecke.

Neugierig geworden auf weitere Barfußtouren? Dann schau hier:

Barfuß wandern auf dem AhrSteig – ein neuer Anlauf

 

 

 

 

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