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Tag 2 und 3 der Pressereise Outdoor und Abenteuer im Hunsrück

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Noch nicht ganz fertig, aber kitzelt schon an den Nerven – die Geierlay-Brücke

Vier Tiger, eine Wildwasser-Challenge und die große Ruhe

Strahlend blauer Himmel erwartet mich am nächsten Morgen. Die Nacht war fürchterlich. Nicht wegen des Bettes, auch nicht wegen des reichhaltigen Menüs am Vorabend.

Das heißt: Indirekt schon, aber es lag nicht am Essen, sondern an meiner Gedankenlosigkeit. Das Schokoladensoufflé hat mir Gallenbeschwerden beschert, die mich die halbe Nacht wachliegen ließen. Ich hätte es wissen können, aber das Dessert sah so lecker aus.

Ich fühle mich etwas verkatert. In Vorbereitung auf das für den Nachmittag geplante Packrafting habe ich schon leichte Klamotten angezogen. Unten im Frühstücksraum sitzen einige wenige aus unserer Gruppe, auch diesmal fühle ich mich ein bisschen außen vor. Ein halbes Schoko-Brötchen, eine halbe Tasse Kaffee, schon bin ich wieder draußen. Meinen Koffer habe ich schon mitgenommen, das Zimmer ist geräumt.

Also raus auf den Parkplatz zum Bus. Ich bin zwar nicht der erste, aber es ist noch reichlich Zeit. Schnell merke ich, dass ich mit meinen dünnen Klamotten und den noch feuchten Haaren »missdressed« bin. Ich friere, meine Laune, die wegen der Gallenbeschwerden in der Nacht sowieso nicht die beste ist, sinkt gegen Null. Ich friere weiter.

Endlich im Bus geht es Richtung Tier- und Erlebnispark Bell. Bei der Abfahrt vom Hotel bietet sich ein sehr ambivalentes Panorama. Strahlend blauer Himmel oben, unten die sanften Hügel der weiten Hochebene bewegen? Er bemüht sich redlich, den Tierpark nicht zu finden. Er fährt jedenfalls zahlreiche Umwege, bis er vor dem Eingang unserer ersten Destination steht.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Ankündigung vorm Eingang des Tier- und Erlebnisparks Bell (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Ankündigung vorm Eingang des Tier- und Erlebnisparks Bell (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Wir warten draußen noch ein wenig. Auf was eigentlich? Ich fröstele immer noch. Meine Laune ist mittlerweile ganz unten. Endlich werden wir eingelassen. Herr Müller begrüßt uns und erzählt in aller notwendigen Kürze, was die Idee hinter dem Tier- und Freizeitpark ist.
Dann folgt die Führung: Nach der Fütterung eines Uhus (mit Flugeinlage) geht es ins Tigergehege. Herr Müller spricht über die Intelligenz und die Launen seiner vier Sibirischen Tiger, führt dann ihre Geschicklichkeit vor. Ich kann mich immer noch nicht von dem (bei mir negativ besetzten) Bild eines Zirkus lösen.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Junger Uhu – sicher gelandet (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Junger Uhu – sicher gelandet (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Anschließend geht es zu den Huskies. Jetzt taue ich langsam auf. 22 Huskies sind mittlerweile im Hundezwinger. Nach und nach erkenne ich, das alles noch im Aufbau ist. Der Park wächst langsam, jede einzelne neue Station muss ja finanziert werden. Zum Abschluss gibt es noch eine Vorführung mit Papageien, danach Mittagessen. Das Menü, das Herr Müller, der in der Schweiz Koch gelernt hat, für uns zusammengestellt hat, überzeugt mich davon, dass er nicht nur Tiger dressieren kann.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Sibirische Tiger – mitten im Hunsrück. Ich glaub es nicht (Foto: Tier- und Freizeitpark Bell)

Sibirische Tiger – mitten im Hunsrück. Ich glaub es nicht (Foto: Tier- und Freizeitpark Bell)

Der Nachmittag lockt mit einer Packrafting-Tour auf der Nahe. Von Bell geht es Richtung Bad Kreuznach bzw. Bad Münster am Stein-Ebernburg. Wegen einer Straßensperrung scheinen wir wieder Umwege machen zu müssen. Den Busfahrer freut’s, er scheint seinen Bus zu lieben. Kurz vorm geplanten Ziel aber heißt es: Alle aussteigen, der Bus ist zu hoch, um die letze Brücke vor dem Campingplatz Nahe-Alsenz-Eck zu unterqueren.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: No one can tear us apart (Niemand kann uns auseinanderbringen) – außer dem Fluss (Foto: Naheland-Touristik)

No one can tear us apart (Niemand kann uns auseinanderbringen) – nur der Fluss selbst (Foto: Naheland-Touristik)

Es ist allerdings nicht weit. Nur wenige Hundert Meter, da erwartet uns auch schon eine lachende Frau Hammes, die uns im Namen der Naheland-Touristik begrüßt. Sie erklärt kurz das weitere Programm, dann geht es auch schon auf den Campingplatz, der hier an der Mündung der Alsenz in die Nahe liegt. Sebastian Schmidt, Gründer und Inhaber von Land Water Adventures (www.land-water-adventures.com) begrüßt uns und weist und kurz aber ausführlich genug in die Handhabung der Boote ein. Packrafting d.h., die aufblasbaren Boote sind so leicht, dass sie zusammengerollt auf den Rucksack geschnallt und so transportiert werden können.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Ratloses Rumstehen oder geballte Aufmerksamkeit? Vorbereitung zum Packrafting auf der Nahe (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Ratloses Rumstehen oder geballte Aufmerksamkeit? Vorbereitung zum Packrafting auf der Nahe (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Zweierteams werden gebildet, zusammen mit Christian von Outdoorblognews (www.outdoorblognews.de) übernehme ich die Queen Mary. Ein vielversprechender Name für ein kleines Zwei-Meter-Gummiboot. Der Verlauf der weiteren Stunden an diesem Nachmittag aber zeigt, dass wir dem Namen alle Ehre machen.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Ein Aufblassack kannte ich bisher auch noch nicht (Foto: Nahelandtouristik)

Ein Aufblassack kannte ich bisher auch noch nicht (Foto: Nahelandtouristik)

Aber der Reihe nach: Zunächst geht es mit dem Boot auf dem Rücken am Ufer der Nahe entlang, bis wir etwas oberhalb des Rothenfels die geplante Einstiegsstelle erreichen. Hier heißt es zunächst einmal die Boote aufblasen und letzte Unklarheiten beseitigen. Dann geht es aufs Wasser der Nahe, die wie Sebastian erklärt, im Augenblick Niedrigwasser führt. Das bedeutet, dass wir des öfteren Steine unterm (A …) Hintern spüren werden.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Unser »Schiff«: die Queen Mary (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Unser »Schiff«: die Queen Mary (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Folgt man Sebastians Erläuterungen sitzt vorne im Boot der Motor, in unserem Fall also Christian. Motor heißt also pure ungebändigte Kraft, die das Boot nach vorne treibt, wenn das Hirn, das hinten sitzt (also ich als weiser Lenker) es nur versteht, das Boot immer in der richtigen Richtung zu halten. Nun zugegeben, das mit der Rollenverteilung hat nicht immer so geklappt, zwischendurch kapitulierte das Hirn vor der schieren Kraft des Motors. Das führte zu nicht geplanten Kreiselbewegungen auf dem Wasser.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Auf der Suche nach dem Eisberg: die tapfere Besatzung der Titanic (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Auf Kollisionskurs oder auf der Suche nach dem Eisberg: die tapfere Besatzung der Titanic (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Nach Sebastians Vorgaben üben wir bestimmte Manöver auf dem Wasser. Schließlich ruft er zu einem Wettrennen auf, das natürlich die Queen Mary mit einer halben Bootslänge gewinnt. Der belgische Einer, der uns allerdings um Längen schlug, fuhr außer Konkurrenz.

Gegen Ende des Ausflugs treiben wir langsam auf die Mündung der Alsenz zu, auf diesem schmalen Rinnsal geht es noch ein Stück flussaufwärts, dann gilt es, eine geeignete Ausstiegsstelle zu finden, die nicht allzuweit vom Platz der ersten Einweisung entfernt liegt. Denn dort soll auch unser Packrafting-Ausflug wieder enden. Der Punkt, den wir finden, ist nicht so, wie wir uns das gewünscht hätten. Mit Ach und Krach und mit viel Wasserberührung geht es über rutschige Steine und eine steile Uferböschung hinauf auf die Campingwiese.

Die gequetschte Haltung im kleinen Boot hat dazu geführt, dass ich mich äußerst ungelenk bewege und noch einmal rückwärts in die Alsenz stolpere, Gott sei Dank, ohne zu fallen. Aber ich stehe bis zum Hosenboden im Wasser. Panik macht sich für einen kurzen Augenblick breit, denn ich habe Fotoapparat und Smartphone in den tiefsitzenden Taschen meiner Cargo-Jeans. Aber das Wasser dringt nicht so schnell durch, dass die Geräte hätten Schaden nehmen können.

Auf der Wiese heißt es erst einmal: Raus aus den nassen Klamotten. Gott sei Dank haben wir alle eine Garnitur trockene Kleidung im wasserdichten Rucksack mitgeführt. Nun gilt es noch, die Boote zu trocknen und zu säubern und dann die Luft wieder rauszulassen. Ein angenehmes Gefühl der Erschöpfung, aber auch der Entspannung macht sich breit. Als Sebastian erzählt, dass er im Oktober eine Tour auf dem Hahnenbach im Hunsrück macht, hake ich sofort nach. Lieder sind alle Plätze schon belegt.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Nach dem Packrafting ist vor dem Packrafting (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Nach dem Packrafting ist vor dem Packrafting (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Die Tour hat mich geschafft, aber noch wartet ja das Abendprogramm auf uns. Dazu geht es erst einmal ins Hotel Kauzenburg in Bad Kreuznach. Es liegt schön oben am Hang oberhalb des Schlossparks in Bad Kreuznach. Die Zimmer sind schnell verteilt und bezogen. Das Haus ist nicht ganz so modern wie der Birkenhof in Klosterkumbd, dafür kann es mit seiner Lage oberhalb der Stadt punkten.

Viel Zeit bleibt nach dem Einckecken nicht, wann soll ich denn meinen Blogbeitrag schreiben? Am Vorabend scheiterte es an der schlechten WLAN-Verbindung im Birkenhof, heute am Zeitmangel. Es reicht gerade für eine Dusche und um fünf Minuten die Füße hochzulegen. Dann ist Treffpunkt Foyer angesagt, denn wir wollen alle zu Fuß in die Stadt hinunter, wo in der neuen Nahe.Wein.Vinothek schon das Abendmenü und auserlesene Naheweine auf uns warten. Weinprobe, das könnte in Kopfschmerzen am nächsten Tag enden.

Aber noch sind wir ja nicht in der Stadt. Unser Spaziergang hinunter führt uns durch den Schlosspark, dann durch die geschäftige Altstadt von Bad Kreuznach.

Ich staune, wie lebendig es hier ist. Mir fällt zum Vergleich Idar-Oberstein ein, das ein Stück weiter naheaufwärts liegt und als Diamant- und Edelsteinstadt eigentlich bekannter ist als Bad Kreuznach. Das alte Geschäftszentrum der Diamant- und Edelsteinstadt hat in den letzten Jahren einen katastrophalen Niedergang erlebt, sowohl im Ortsteil Idar als auch in Oberstein. In Idar stehen in der Fußgängerzone fast alle Geschäfte leer, dort traut man sich nachts kaum in die verlassene Straßen.

Hier in Bad Kreuznach aber pulsiert um diese Zeit noch das Leben. Nun gut, das schöne Wetter tut das seine dazu. Außerdem ist Bad Kreuzach Kurstadt. Die Kneipen sind voll, die Außengastronomie boomt, ohne dass es laut und überdreht wirkt. Ich fühle mich einfach wohl in dieser Umgebung. Meine letzte Erinnerung an Bad Kreuznach liegt vier Jahrzehnte zurück und dreht sich um eine Ausnüchterungszelle.

Zum Glück bin ich in den letzten Jahren etwas ruhiger und reifer geworden. Das heutige Abendmahl wird uns in der Nahe.Wein.Vinothek serviert, die seit etwa einem halben Jahr am Start ist. Eine langgestreckte Tafel erwartet uns. Ein Sommelier bringt uns die Naheweine nahe. Das Essen ist fleischlastig, aber lecker. Ich entscheide mich für einen Grauburgunder des Weinguts St. Meinhardt. Der Wein ist umwerfend – einen besseren Grauburgunder habe ich in dieser Preisklasse noch nie getrunken. Die beiden anderen Weine, die ich noch probiere, können da nicht mithalten. Auch der Rest der Truppe ist begeistert. Nach dem Dessert runden ein Espresso und ein Trester den genussreichen Abend ab.

Der Großteil der Kollegen entscheidet sich dafür, mit dem Taxi ins Hotel zu fahren. Christian von Outdoorblognews, Berrit aus Schleswig-Holstein und ich, wir entscheiden uns noch einmal für den Fußweg, jetzt aber im Dunkeln. Im Schlosspark ist der Weg wegen der Ausleuchtung noch gut zu erkennen, dann geht es ins Dunkel des Waldes. Hier versuchen wir, ohne Taschenlampe unseren Weg zu finden. Nur einmal müssen wir das Licht anmachen. Wir stehen an einer Wegverzweigung, die wir vom Hinweg nicht kennen. Wir biegen links ab und landen in einer Sackgasse.

Also zurück und in der ursprünglichen Richtung einfach weiter geradeaus und schon stehen wir vor unserem Hotel. Mir scheint, unser Rückweg war kürzer als der Hinweg.

Der letzte Morgen steht an. Mit dem Bus geht es in den Soonwald. Dass wir unseren Startpunkt nicht direkt finden, ist schon fast symptomatisch, liegt aber diesmal nicht am Busfahrer. Ein kleines Stück müssen wir zu Fuß laufen, weil der Wanderparkplatz für den Bus nicht anzufahren ist. Dort erwarten uns zwei Einheimische. Herr Hoffmann aus Rhaunen, quasi ein Nachbar aus meiner alten Heimat, ist unser Wanderführer. Er gehört zu den ruhigen, wortkargen Menschen, das ist mir sehr sympathisch. Wir kommen ins Gespräch.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Karl-Heinz Hoffmann, Wanderurgestein vom Hunsrück-Verein, zeigte uns den Weg durch den Soonwald (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Karl-Heinz Hoffmann, Wanderurgestein vom Hunsrück-Verein, zeigt uns den Weg durch den Soonwald (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Die weiten ausgedehnten Buchenwälder des Soonwaldes sind einzigartig hier im Hunsrück, ihre Größe unterscheidet sie von allen anderen. Dadurch wird es möglich, dass 40 km des Soonwaldsteigs über eine Strecke von ca. 40 Kilometern kein Dorf berührt. Welches Versprechen für den gestressten oder einfach nur Ruhe suchenden Großstädter. Im August hatte ich den Sonnwaldsteig schon einmal angepeilt, verbrachte dann aber die geplante Wanderwoche am Schreibtisch.

Jetzt lerne ich zumindest ein kleines Stück davon kennen. Ich fühle mich schnell von großem Frieden umfangen. Erste Station ist der AlteburgTurm, der mit einer Metallplakette zum Andenken an den 103 Jahre alt gewordenen Förster Bollinger, der hier in der Nähe noch im biblischen Alter von 101 Jahren sein letztes Wild geschossen haben soll, verziert ist. In der Nähe des Turms finden sich Reste von alten Ringwällen, die möglicherweise keltischen Ursprung sind.

Nachdem wir den Alteburgturm hinter uns gelassen haben, lasse ich mich unter den hohen Buchendomen bewusst hinter die Gruppe zurückfallen. So habe ich eine Zeit lang das Gefühl, dass der Steig ganz mir gehört. Ich hoffe, dass die anderen mich nicht allzu schnell vermissen. Ich werde eins mit dem Wald, bin glücklich. Ich freue mich über die schmalen Steige und das leichte Auf und Ab im Großen Soon. Das ist Entspannung pur.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Natur pur – Buchenwald links und rechts des Soonwaldsteigs (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Natur pur – Buchenwald links und rechts des Soonwaldsteigs (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Natürlich muss ich mich bald der Gruppe der wieder anschließen, damit ich nicht vermisst werde. Es ist nicht aufgefallen, dass ich hinterhergehinkt bin. Auch die anderen scheinen ganz fasziniert und vom Wald eingefangen zu sein. Irgendwann treffen wir dann doch auf einen etwas breiteren Forstweg, auf den wir dann abbiegen. An einer Wegkreuzung verweist ein Schild auf deine Zwillingsbuche. Das interessiert nicht nur mich. Zu dritt machen wir uns auf die Suche. Doch trotz des alten deutschen Sprichworts »Sechs Augen sehen mehr als zwei« finden wir das obskure Objekt unserer Begierde nicht. Also zurück Richtung Gruppe. An der Kreuzung, an der wir uns absentiert haben, wartet man schon auf uns.

Auch das Wandern auf dem befestigten Forstweg geht vorbei. Bald biegen wir wieder auf einen schmalen Steig in den Wald hinein. Immer wieder kommt uns unser Busfahrer entgegen, auch zu Fuß scheint er gerne Kilometer zu sammeln. In der Zwischenzeit hat er unseren Bus zum Endpunkt der Wanderung gebracht. Der befindet sich am Ellerspring.

Dort wartet aber noch ein Highlight auf uns: die Präsentation eines Trekkingscamps, das hier unterhalten wird, da der Soonwaldsteig in diesem Bereich ja fernab der nächsten Gemeinden verläuft. Man kann hier drei Tage wandern, ohne eine Ortschaft zu berühren. Insgesamt sind es drei Camps, die vorgehalten werden, wobei man nicht alle drei anläuft, wenn man den Soonwaldsteig geht. Da sich die 40 Kilometer ohne Ortsberührung in zwei Etappen bewältigen lassen, ist es auch mit zwei Übernachtungen in Trekkingcamps für die Tour getan. Die Camps liegen etwas abseits vom Weg.

Wer dort übernachten will, muss sich vorher bei den zuständigen Touristikbehörden (etwa Naheland-Touristik oder Trägerverein Naturpark Soonwald-Nahe e.V.) anmelden. Von diesen erhält der Interesseierte eine Buchungsbestätigung und die genauen Koordinaten, wo er das Camp findet. Jedes Camp ist mit Feuerstelle und Toilette ausgerüstet. Frischwasser gibt es nicht, es sei denn, es fällt vom Himmel. Frühstückservice am Bett bzw. an der Luftmatratze darf man ebenfalls nicht erwarten. Ala Augleich gibt es Wohltat für die Seele und bei sternenklarem Himmel übernachten Sie in einem Myriaden-Sterne-Hotel. Die Nutzung des Camps kostet 10 Euro pro Zelt und Nacht. Wer eine Jurte mitschleppt, um zu übernachten, ist mit 15 Euro pro Nacht dabei.

Unsere Gruppe wird von Frau Eigendorf vom Trägerverein Soonwaldsteig begrüßt, die die Errichtung der Camps maßgeblich geleitet hat. Sie hat an diesem Tag ihren Vater mitgebracht, der für uns den Grillmeister macht. Das Wetter spielt auch mit, obwohl doch für diesen Tag Regen angesagt war.

Hier steht ein Foto mit dem Titel: Die Guten: unsere Betreuer am Trekkingcamp Ellerspring (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Die Guten: unsere Betreuer am Trekkingcamp Ellerspring: Frau Henn und Frau Hammes von der Naheland-Touristik, Herr Eigendorf als Hüter des Feuers und seine Tochter Frau Eigendorf von Trägerverein Soonwaldsteig (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Schließlich heißt es Abschied nehmen, vom Camp, von Frau Eigendorf und von Frau Hammes. Unser Bus bringt uns nach Koblenz, wo wir zu viert am Bahnhof unter strahlend blauen Himmel noch einen Espresso genießen, bevor ich mich von den anderen verabschiede und die Heimfahrt nach Köln antrete.