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Der Berg der Berge – Unterwegs im Ahrtal zu faszinierenden Ruinen

Wirkt ein wenig wie ein Postkartenbild: die Herz-Maria-Kapelle bei Wershofen.

Aremberg  – mein Sehnsuchtsberg

Endlich wieder ein Sonntag, der diesen Namen auch verdient hat. Deshalb heißt es früh aufbrechen in Köln. Das Ziel: zwei Berge, zwei steile Anstiege, dazwischen zwei Täler zum Kilometerfressen, insgesamt 21 km, das ist die heutige Herausforderung.

Die Tour beginnt in Wershofen an einem kleinen Wanderparkplatz in der Verlängerung der Kottenborner Straße. Leuchtend blauer Himmel spannt sich über dem Ahrtal. Direkt rechts von uns erhebt sich schon das Ziel unserer Sehnsucht, der Aremberg. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Um genau zu sein, noch 12,5 km. Zunächst geht es erst einmal leicht bergan zur Herz-Maria-Kapelle. Vor dem Sonntagsblau des Himmels wirkt sie ein wenig wie ein Puppenstübchen.

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Wirkt fasst ein wenig puppenhaft: die Herz-Maria-Kapelle (Foto: Hans-Joachim Schneider

 

Es ist ein langer Weg hinab ins Ahrtal

Ab jetzt folgt ein langer Abstieg hinunter ins Ahrtal. Zunächst aber geht es noch ein Stück über die offene Flur. Fast kitschig – aber es ist tatsächlich so: Laut schmettern die Lerchen ihr Lied hoch über den Wiesen und Äckern. Dann verschluckt uns der Wald. Zunächst hochstämmiger Buchenwald, durch den es in langen Serpentinen bergab geht. Unser Weg läuft parallel zu einem schmalen tiefen Geländeeinschnitt. Später dominiert lichter Eichenwald. Selten habe ich so schöne Eichenwälder gesehen wie hier an der Ahr. Fast auf jeder Kuppe des Ahrgebirges sind sie zu finden. Keltische Drunten würden sich hier wohlgefühlt haben.

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Hexenhaus oder Hochsitz (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Bald hören wir erste Autogeräusche, wir nähern uns dem Tal. Wir erreichen ein Asphaltsträßchen, gehen auf diesem nach links, überqueren den Dreisbach, und stehen an der Ahrtalstraße. Nun geht es durch Laufenbacher Hof (5 km), an der Straße entlang nach Fuchshofen. Hier biegen wir in den Ort ab, bis zur kleinen Kapelle, dahinter dann rechts. Schnell erreichen wir die alte Bahntrasse, die heute als Fahrradweg ausgebaut ist.

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Gruppenbild mit Schnecke und Blumen (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Kilometerfressen auf der alten Bahntrasse

Am Anfang auf Asphalt, später auf fein geschottertem Weg, fressen wir jetzt Kilometer für Kilometer. Fast fünf Kilometer sind es bis Antweiler (10 km). Hier geht es nach rechts über die Ahr in den Ort hinein, an der Durchfahrststraße nach links bis zum Abzweig nach Aremberg. Ein kleines Stück bleiben wir neben der Straße, dann biegen wir rechts ab in den Eichenbacher Weg.

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Wie kommt man auf einen solchen Straßennamen? (Foto: Hans-Joachim Schneider)

Steiler Anstieg Richtung Aremberg

Fast bei den letzten Häusern halten wir uns links, jetzt heißt die Straße Alenseifen. Und hier beginnt nun ein respektabler Anstieg. Wir erreichen den Wald, weiter geht es steil bergauf. Man kann nun links am Waldrand bleiben, aber an heißen Sommertagen ziehen wir den Schatten des Waldes vor. Dazu gehen wir an der ersten Wegkreuzung ein Stück nach rechts und dann gleich wieder links, jetzt wieder stur bergauf.

Hier steht ein Bild mit dem Titel: Bei meiner ersten Tour auf den Aremberg erhielt dieser Stein den Namen Siebzehn-Zecken-Stein. Warum wohl?

Bei meiner ersten Tour auf den Aremberg erhielt dieser Stein den Namen Siebzehn-Zecken-Stein. Warum wohl? (Foto: Hans-Joachim Schneider

Nach insgesamt 12,5 km haben wir Aremberg erreicht und freuen uns nun eine ausgedehnte Pause auf der Terrasse der Burgschänke. Aber die hat noch gar nicht geöffnet. Ein gnädiger Wirt schenkt uns trotzdem eine Apfelschorle aus.

Weit schweift der Blick über die Südeifel

Nach der Pause geht es hinauf auf den Berg der Berge. Der Aremberg mit seinen grün überwucherten Steinwällen verbirgt mehr als er zeigt. So regt er die Phantasie an. Hier kann man stundenlang durch das Gestrüpp streifen, stößt auf alte Mauerreste, auf die Spuren einer ehemaligen Allee und träumt von Rittern und Hofdamen, von heimlichen Liebschaften, von Abenteuer und Belagerung, von Wohlstand und Untergang.

Wieder zurück im Dorf gehen wir jetzt geradeaus auf der Straße Richtung Antweiler. In der Spitzkurve am Ende des Ortes gehen wir auf dem Kapellenweg weiter, passieren die Schutzengelkapelle. Gleich hinter der darauffolgenden Kreuzwegstation geht es scharf nach rechts bergab, kurz darauf geradewegs über die Kreisstraße 7 hinüber, dann ein gutes Stück am Waldrand entlang. An der ersten Wegkreuzung geht es nach links in den Wald hinein, aber schon in der ersten Rechtskurve des Weges ziehen wir es vor, uns  noch tiefer ins Gebüsch zu schlagen. Auf stark durchnässtem Untergrund geht es über zwei Bächlein hinweg (15 km), ein kleines Stück bergauf bis zu einem Querweg. Auf diesem nach rechts, vorbei an Frohnhofen, wenig später erreichen wir Eichenbach (17 km).

Links unter uns rauscht der Dreisbach

Gleich am Ortsanfang gehen wir links hoch zum Wanderparkplatz, folgen dort dem schmalen Erft-Lieser-Mosel-Pfad, der gleich zweimal einen breiteren Waldweg überquert. Beim zweiten Auftreffen (in einer Linkskurve des Weges) biegen wir scharf nach rechts und ab hier geht es jetzt für ca, zwei Kilometer geradeaus durch den schattigen Wald. Links unter uns rauscht der Dreisbach. Mit einem Schwenk nach links geht es schließlich über den Bach hinüber, abermals treffen wir auf den breiteren Waldweg.

Für 800 Meter geht es jetzt auf diesem nach rechts. Dann lockt uns auf der Höhe einer Bank das Wegzeichen D nach links. Hier beginnt nun der zweite Aufstieg dieser Tour. Auf einem matschigen Waldweg geht es hinauf zur Straße Westhofen-Schuld. In gerader Linie setzt sich dahinter unser Aufstieg fort. Schließlich macht unser Weg eine scharfe Kehre nach rechts. Hier gehen wir aber weiter geradeaus den Berg hinauf. Auch hier gab es mal einen Weg, dieser ist grün überwuchert, aber gerade noch zu erkennen. Schließlich stehen wir etwas ratlos mitten im Wald. Weiter geradeaus geht nicht mehr, Windbruch hat hier Bäume kreuz und quer über unseren Weg geworfen.

Ohne Weg oder Pfad bergan

Hier hilft uns ein Wechsel über den schmalen Geländeeinschnitt nach rechts, dann können wir uns wieder nach links bergauf orientieren, wo schon die Waldgrenze zu erkennen ist. Ab jetzt geht es allerdings ohne Pfad bergauf, aber auch dieses Stück ist schnell gemeistert. Am Waldrand treffen wir auf einen Weg, auf diesem gehen wir nach links. Wenige Minuten, nachdem wir den Wald verlassen  haben, können wir schon die Kuppe sehen, an der wir morgens gestartet sind. Mit jetzt wieder leichtem Schritt schaffen wir auch noch die letzten Meter hinauf auf den Kottenborner Berg (21 km).

Da der Aremberg mich immer wieder in seinen Bann zieht, findest Du hier eine weitere Wanderung, die am Aremberg startet und ein besonderes Abenteuer auf dem AhrSteig beschreibt:

Barfuß wandern auf dem AhrSteig

 

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